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Don-Bosco-Garten als Spielplatz?


Der leere Don-Bosco-Garten vor einem Jahr.

Von Martin Himmelheber

Schramberg. 03.08.2026 - Der alte Don-Bosco-Kindergarten steht leer, seit der neue vor gut einem Jahr in Betrieb gegangen ist. Auch das Spielgelände des früheren Kindergartens liegt derzeit brach. Die Freie/Neue Liste hatte deshalb im Mai beantragt, den Don-Bosco-Garten als „öffentliche Spielfläche“ auszuweisen.

 

Klingt vernünftig, hat aber einige Haken, wie sich in der Diskussion im Gemeinderat gezeigt hat. Schließlich aber stimmte der Rat mit großer Mehrheit für den Antrag der Freien/Neuen Liste, den Bereich außerhalb der Schulzeit bis 21 Uhr frei zu geben.

 

(Dass die Debatte recht verworren war, zeigt auch das auf der Seite der Stadt veröffentlichte Ergebnisprotokoll. Da heißt es nämlich, der Stadtrat habe beschlossen, das Gelände nicht zum Spielplatz umzubauen und frei zu geben – so wie es die Verwaltung ursprünglich vorgeschlagen hatte. Das allerdings ist eindeutig falsch. Es gab drei Enthaltungen unter anderem von Oberbürgermeisterin Dorothee Eisenlohr. Diese hätte sich nicht enthalten, wenn es um den Vorschlag ihrer eigenen Verwaltung gegangen wäre.)

 

Der Abteilungsleiter Tiefbau Konrad Ginter hatte in seiner Sitzungsvorlage zwar das Gelände als „grundsätzlich“ als Spielplatz geeignet bezeichnet. Allerdings seien umfangreiche Umbauarbeiten erforderlich, damit man den Don-Bosco-Garten als öffentlichen Spielplatz nutzen könne. Derzeit nutzten ihn lediglich feste Benutzergruppen zu eingeschränkten Nutzungszeiten und unter Aufsicht.

 

150.000 Euro für Interimslösung?

 

So müsste der Zaun teilweise erneuert werden. Außerdem bräuchte man zugelassene Spielgeräte „Das kostet viel Geld“, so Ginter in der Sitzung. Er schätzte alles in allem 150.000 Euro. Hinzu kämen etwa 5000 Euro pro Jahr für Instandhaltung, Pflege und Spielplatzkontrollen. Schließlich werde die Fläche für den Bau des Schulcampus gebraucht und müsste in ein paar Jahren zurück gebaut werden.

 

Nach Ansicht der Verwaltung sollte das Gelände als zusätzlicher Schulhofbereich unter Aufsicht für die Peter-Meyer-Schule und die Erhard-Junghans-Schule sowie die Schülerhorte Treff 12 und Doppelpunkt dienen.

 

Für eine solche Nutzung gäbe es “längst nicht so hohe Auflagen“, ergänzte Oberbürgermeisterin Eisenlohr.

Kein klassischer Schulhof, aber was dann?

 

Udo Neudeck für die antragstellende Fraktion erklärte, es gäbe einen Gemeinderatsbeschluss, alle Schulhöfe nachmittags öffentlich zugänglich zu machen. Wenn der alte Don-Bosco-Spielbereich zum Schulhof werde, sei ihr Antrag hinfällig. Er wies darauf hin, dass auch Schulhöfe unterhalten werden müssten. Die Nutzung erfolge eben auf eigene Gefahr.

 

Ginter entgegnete, dass der Don-Bosco-Bereich kein klassischer Schulhof werden solle. Dort sollten einzelne Gruppen unter Aufsicht spielen können. Bei einem öffentlichen Spielplatz habe die Stadt die Verkehrssicherungspflicht. So entsprächen die Spielgeräte auf dem Gymnasiumschulhof den Normen für öffentliche Spielplätze. Beim Don-Bosco-Gelände habe die Stadt schon einiges wie den alten Pavillon entfernen lassen, was gefährlich sein könnte.

 

Geänderte Gemeindeordnung hilft Kommunen

 

Thomas Brantner (CDU) fand, man sollte die Idee umsetzen, wenn man den Platz so nutzen könne. Eisenlohr versicherte, die Verwaltung habe den Antrag „lösungsorientiert geprüft“. Das Problem sei, dass Eltern sich drauf verlassen, dass ihre Kinder sicher spielen können, “wenn Spielplatz draufsteht“, Darauf müsse sich auch ein Lehrer verlassen können, schoss Neudeck zurück.

 

Er verwies darauf, dass sich die Gemeindeordnung grundlegend zu Gunsten der Kommunen geändert habe. Im Paragraf 10 heißt es: „Die freiwillige Nutzung unentgeltlich bereitgestellter öffentlicher Einrichtungen erfolgt auf eigene Gefahr vorbehaltlich einer abweichenden Regelung im Rahmen des Benutzungsrechtsverhältnisses.“

 

Spielplatz, Schulhof oder Latschariplatz?

 

Mirko Witkowski (SPD-Buntspecht) wies darauf hin, dass sich durch den Bau des neuen Kindergartens die Schulhof-Flächen für die beiden Schulen deutlich verkleinert hätte. Er forderte eine pragmatische Lösung, etwa das Spielen von 14 bis 21 Uhr zu erlauben „ohne weitere Investitionen“. Schulleiter Jörg Hezel von der EJS erklärte, seine Schule nutze den Platz nicht. Die Aufsicht sei dort schwierig zu gewährleisten. Lediglich die Peter-Meyer-Schule nutze den Bereich.

 

Konrad Ginter versicherte, derzeit seien fast keine Spielgeräte mehr dort. Wenn Kinder dort kicken, könnte der Ball auf die Bundesstraße fliegen. Das mit dem Paragraf 10 sei auch nicht so eindeutig, denn dort heiße es „vorbehaltlich anderer Vorschriften…“

 

Sabine Haas (CDU fand, es solle kein Spielplatz werden, aber eben öffentlich zugänglich sein, ohne Spielgeräte. Der Antrag habe aber gelautet, es soll ein Spielplatz werden, so Eisenlohr. Das habe die Verwaltung geprüft.

 

Nur wenig Plätze für Kinder

 

Wenn es kein Spielplatz werden solle, dann müsse eine eigene Nutzungsordnung eigens für diese Fläche geschaffen werden, wandte Ginter ein. Es habe früher wegen des Kleinspielfelds häufig Beschwerden aus der Nachbarschaft gegeben. Der Platz sei nicht einsehbar: „Wir schaffen einen wunderschönen Latschariplatz“, meinte Ginter resignierend.

 

Tanja Witkowski (SPD-Buntspecht) widersprach. Es gebe wenige Plätze, an denen Kinder sich treffen könnten. Man solle dieselben Nutzungsregeln wie bei Schulhöfen anwenden. Es sei aber eben “weder ein Schulhof noch ein Spielplatz“, meinte Eisenlohr, sondern der Garten eines ehemaligen Kindergartens.

Große Mehrheit für Öffnung des Don-Bosco-Garten

 

Udo Neudeck konkretisierte den Vorschlag seiner Fraktion: Es soll ein Platz sein, der nachmittags von 14 bis 21 Uhr öffentlich zugänglich sei und außerhalb der Schulzeiten genutzt werden könne.

 

Dem stimmten 24 Rätinnen und Räte zu. OBin Eisenlohr, Volker Liebermann und Thomas Koch (beide ÖDP) enthielten sich der Stimme. Die Aktiven Bürger waren nicht anwesend.

 

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