
Die Karl-Diehl-Halle und das JUKS-Gebäude.
Von Martin Himmelheber
Schramberg. 20.07.2026 - Neben der Entscheidung „selbst machen“ oder Totalunternehmer beauftragen, hatte der „Schulcampus-Ausschuss“ eine Reihe weiterer wichtiger Fragen zu klären. Wie soll die Parkierungsfrage geregelt werden, wann kommt der Bebauungsplan, wohin bauen wir eine Interimsschule – und wie wollen wir das Ganze finanzieren?
Der Abteilungsleiter Hochbau Etienne Seif erläuterte, beim Bebauungsplanverfahren sei man „abhängig von vielen Punkten“.
Planungsreife für Bebauungsplan Voraussetzung
Eine gewisse Planungsreife beim Vorhaben brauche es, damit der Bebauungsplan später auch passe und die Gebäude im Plan festgeschrieben werden könnten. Das betreffe etwa die Lage eines Parkhauses. Aber auch die Wärmeplanung, die möglichen Bushaltestellen und die Infrastruktur für den Schulcampus müsse man vorher lösen. „Wir sollten aber den Bebauungsplan nicht zu weit in die Zukunft schieben, damit wir einen Bauantrag stellen können“, so Seif.
Tanja Witkowski (SPD-Buntspecht) hakte später nach, ob das bedeute, erst müsse die Schulcampusplanung stehen, bevor man an den B’plan gehe. Seif sprach von einer „gewissen Planungsreife“ die erreicht sein sollte. Aber auch im B‘ plan solle etwas Flexibilität angelegt sein.
Clemens Maurer (CDU) wunderte sich, dass es dazu einen Beschluss brauche. Es sei doch klar, dass die Stadt einen Bebauungsplan machen müsse.
Voraussetzung Sanierungsgebiet
Um den Schulcampus umsetzen zu können, sollte das Gebiet in einem Sanierungsgebiet liegen. Dann kann die Stadt Zuschüsse beispielsweise für Abbrucharbeiten erhalten.
Bisher bestehen in Schramberg noch zwei Sanierungsgebiete: Bühlepark mit dem Krankenhaus und Sängerstraße – Brestenberg. Letzteres ist in einem knappen Jahr angeschlossen. Erst dann könne die Stadt wieder ein weiteres Sanierungsgebiet beantragen, bestätigte später auch Oberbürgermeisterin Dorothee Eisenlohr auf eine Nachfrage von Tanja Witkowski.
Parkhaus und Interimsparkplatz
Für den Schulcampus seien 100 Parkplätze erforderlich, führte Seif weiter aus. Diese sollen auf einem Grundstück an der Schlossstraße entstehen. Da, wo heute das JUKS-Gebäude und der „Doppelpunkt“ sich befinden. Das Parkhaus werde aber erst gebaut, wenn der Campus fertig sei.
In der Zwischenzeit möchte die Stadt 100 provisorische Parkplätze an der Stelle schaffen, auf der der alte Don-Bosco-Kindergarten noch steht.
Beim Doppelpunkt ist das Problem, dass für den Umbau Fördermittel geflossen sind, die die Stadt gegebenenfalls zurückzahlen müsste. Die Zweckbindung würde 2050 enden. Ein Parkhaus an dieser Stelle könnte 140 Autos aufnehmen. Weitere reservierte Parkplätze wären im städtischen Parkhaus möglich.
Auf eine Nachfrage von Clemens Maurer betonte Eisenlohr, das Parkhaus käme ganz zuletzt. Jetzt gehe es nur darum im Bebauungsplan einen möglichen Standort festzulegen.
Interimsschule
In den nächsten Jahren stehen in Schramberg drei große Schulvorhaben an: Die Sanierung des Gymnasiums ab 2028, der Bau des Schulcampus parallel und danach und schließlich die Erweiterung der Berneck-Grundschule. Für alle Vorhaben benötigt die Stadt Ausweichklassenzimmer. Bei der Sanierung des Gymnasiums für ein Jahr, für die Erhard-Junghans- und die Peter-Meyer-Schule für die Schulcampusbauzeit. Danach auch für die Berneckschule.
Mit einer Interimsschule auf dem Schweizerparkplatz möchte die Stadt das Problem lösen. „Wir haben verschiedene Standorte untersucht, der Schweizerparkplatz scheint uns am geeignetsten“, so Seif. „Wo genau ist aber noch offen.“
Man werde sie „so klein als möglich und so groß wie nötig“ bauen. In welcher Form, als Container oder in einer anderen Bauweise, sei offen. In Gesprächen mit den Schulleitungen wolle man „Standardklassenzimmer“ entwickeln.
Die Baustelleneinrichtung für den Schulcampus soll auf der Fläche des alten Don-Bosco-Kindergartens entstehen. Dafür spreche die Nähe zur Baustelle. Hilfreich wäre, wenn das JUKS umgesiedelt würde. Auch die Parkhausfrage, die Erweiterung der Karl-Diehl-Halle und ein Kleinspielfeld würden dann angegangen.
Keine Zeitschiene
Für alle diese Themen gebe es bisher „keine Zeitschiene“, betonte Eisenlohr. Das hänge alles stark von den städtischen Finanzen ab. „In weiter Zukunft seien dann noch die Verlegung des Busbahnhofs, der Zwei-Richtungsverkehr im Schlossbergtunnel und der Kreisverkehr beim Schloss zu sehen.
Kein Feuerwehrgerätehaus
Tanja Witkowski erinnerte daran, dass der Schweizer-Parkplatz auch für ein neues Feuerwehrgerätehaus angedacht sei. Eisenlohr blockte mit Blick auf die Finanzen ab. Sie habe sich die Zahl des Beraters notiert: „89 Millionen für den Schulcampus.“ Da sei ein neues Feuerwehrgerätehaus nicht drin.
Witkowski bat, man möge langsam „ins Machen kommen“, statt immer nur zu untersuchen. Und hatte zugleich noch einen Standort-Vorschlag für die Interimsschule: die Geißhalde. Auch wollte sie wissen, wie es mit der Fortschreibung des Stadtentwicklungsprogramms aussehe.
Abgespecktes Stadtentwicklungsprogramm
Eisenlohr erläuterte, die Stadt müsse für einen Antrag auf ein Sanierungsgebiet das nicht mehr aktuelle Stadtentwicklungsprogramm fortschreiben. Man werde die Ziele abgleichen und eine „abgespeckte Version“ vorlegen, die ausreichend sei für die Fördergeldgeber.
Zum Stadtentwicklungsplan gebe es einen klaren Beschluss des Gemeinderats, entgegnete Thomas Brantner (CDU). Demnach soll das Stadtentwicklungsprogramm so fortgeschrieben werden, dass es ausreicht für den Antrag zum Sanierungsgebiet um den Schulcampus.
Es sei richtig, wenn man die Erweiterung der Karl-Diehl-Halle, das Kleinspielfeld und das Parkhaus in den Bebauungsplan aufnehme, aber es sei alles nicht so bald umsetzbar. „Daran werden wir noch lange knapsen.“
Empfehlungsbeschlüsse des Schulcampus-Ausschuss für den Gemeinderat
Einstimmig hat der Schulcampus-Ausschuss dem Gemeinderat empfohlen, den Bebauungsplan mit Entwicklungsspielräumen auf den Weg zu bringen. Mehrheitlich war man für den Parkhausstandort an der Schlossstraße (drei Enthaltungen). Ebenfalls mit Mehrheiten empfahl der Ausschuss die Erweiterung der Karl-Diehl-Halle Parkhaus und Kleinspielfeld im B’plan vorzusehen.
Bei zwei Enthaltungen befürwortete der Schulcampus-Ausschuss den Vorschlag, die Interimsschule auf den Schweizer-Parkplatz zu planen. Einstimmig war man für den Rückbau des alten Don-Bosco Kindergartens und der Module. Auch soll die Stadt eine Kostenschätzung machen für einen Umzug des JUKS.
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