Schramberg - News

Bebauungsplan Hausteile im AUT und Gemeinderat umstritten


Das Neubaugebiet Hausteile.

Von Martin Himmelheber

 

Schramberg. 25.07.2026 - Noch einmal verschoben hat der Ausschuss für Umwelt und Technik die Verabschiedung des Entwurfs für den Bebauungsplan Hausteile in Heiligenbronn. Die Ausschussmitglieder möchten, dass die Verwaltung noch eine dritte Variante für eine Zufahrtsstraße zur Stiftung prüfen möge. Es gehe darum, den Verkehr aus dem künftigen Wohngebiet herauszuhalten, begründete Jürgen Kaupp (CDU) den neuerlichen Wunsch.

 

Zunächst hatte Stadtplaner Joschka Joos dargestellt, dass bei den ersten Plänen 2008 ein sehr großes Wohngebiet geplant war. Dann geschah lange nichts, bis eine Veränderung der Wasserschutzzone 2 alle bisherigen Pläne über den Haufen warf. Ein neuer Plan sah nur noch etwa 16 Bauplätze und eine ungünstig verschlungene Zufahrtsstraße vor.

 

Das passte dem Gemeinderat nicht. Die Stadtplaner erreichten eine Verschiebung der Wasserschutzzone nach Westen um etwa 15 Meter. Nun wurde eine neue Variante möglich. Sie brächte etwa 30 Bauplätze links und rechts der Durchgangsstraße und einer Erschließungsstraße.

 

Neue Variante mit viel Abstand

 

Man werde einen acht Meter breiten Grünstreifen zur bisherigen Bebauung anlegen, so Joos, um die Anwohner zu schützen. Die Straße werde etwa sechs Meter breit, dann komme ein Gehweg und dann der Grünstreifen.

 

Die Anbindung an die Landesstraße soll über eine Linksabbiegespur erfolgen. Wie genau das geschehen soll, sei noch offen. Ebenfalls offen ist noch, inwieweit sich die Stiftung an den Baukosten beteiligen werde.

Radweg kreuzt

 

In der Diskussion wies Susanne Andreae (SPD-Buntspecht) auf den Landwirtschaftlichen Weg parallel zur Landesstraße hin. Da sehe sie gefährliche Situationen vorher. Sie wollte auch wissen, ob die Anzahl der Bauplätze vom Regierungspräsidium akzeptiert werde.

 

Joos erinnerte daran, dass schon weit mehr Bauplätze im Gespräch waren. „Ich denke, das kriegen wir hin.“ Beim Parallelweg müsse man noch klären, wer künftig Vorrang haben soll, so Joos. Jürgen Reuter (Aktive Bürger) meinte „Radfahrer sind unberechenbar“. Man müsse das aus verkehrssicherheitstechnischen Gründen überarbeiten.

 

Kaupp berichtete, seine CDU-Fraktion und die Freie/Neue Liste hätten sich viele Gedanken gemacht, wie man den Verkehr aus dem Wohngebiet halten könne. Ziel sei immer gewesen, die Anwohner der Lichtenaustraße zu entlasten. Nun würde man andere belasten. Er sei sicher, der Stiftungsverkehr werde weiter zunehmen. Er beantragte, die Verwaltung solle einen zusätzlichen Plan vorlegen, dass der Verkehr außen an den Neubauten vorbeiführt.

 

„Wir wollen nicht verzögern“

 

Emil Rode (Freie/Neue Liste) forderte, man müsse auf den Mehrwert für die Menschen achten, die dort später wohnen werden. „Es geht uns keinesfalls darum, das Projekt zu verzögern. Wir sind jetzt schon so lange dran.“ Er fragte, ob die Verwaltung einen Vorschlag schon bis zum Bürgertreff in Heiligenbronn vorlegen könne. Das war nicht der Fall.

 

Barbara Kunst, die als Oberbürgermeister-Stellvertreterin die Sitzung leitete, sagte zu, die Verwaltung werde den Vorschlag einer neuen, weiter westlich gelegenen Variante prüfen und die Kosten schätzen. Der Ausschuss stimmte diesem Vorschlag einstimmig zu.

 

Im Gemeinderat noch eine Variante

 

Am Donnerstag nun hat sich auch der Gemeinderat mit dem Thema befasst. Hier kündigte Joos an, die Stadtplanung werde versuchen, über die Sommerpause die Alternative zu entwickeln. Im Herbst werde man auch die Kosten mit und ohne Erschließungsbeiträge vorlegen. Wenn an der bebauungsfernen Straße keine Bauplätze liegen, werden keine Erschließungskosten fällig. Die gesamten Baukosten würden an der Stadt hängen bleiben.

 

Jürgen Kaupp brachte dann die dritte Variante ins Spiel, die beim Bürgerdialog in Heiligenbronn aufgekommen war: Die Baustraße von der Aichhalder Straße als Dauerlösung für den allgemeinen Verkehr „so auszubauen, dass wir die Straße im Hausteile gar nicht mehr brauchen“.

 

Joos sagte zu, die Verwaltung werde auch das ausführlich prüfen. Allerdings handle es sich bei der geplanten Baustraße derzeit um einen Feldweg. Für die Baustraße werde der Weg mit Schotter etwas stabilisiert. „Das wird keine richtige Straße“. Auch von der Breite werde er so schmal, dass der Begegnungsverkehr schwierig werde. Offen sei auch die Frage, wem die erforderlichen Grundstücke für den Bau einer richtigen Straße gehörten. Er sagte zu, „im Herbst“ zu berichten.

 

Und so verschiebt sich die Verabschiedung des Bebauungsplanentwurfs halt doch um ein viertel bis halbes Jahr.

 

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