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Bekommt das Provisorium doch noch einen würdigen Ersatz?
Von Martin Himmelheber
Schramberg. 24.07.2026 - Eigentlich stand sein Schicksal schon lange fest. Der Brestenberg-Steg über die Schiltach zwischen Hauptstraße und Brestenberg wird verschwinden. So hatte es der Rat noch im Mai 2025 beschlossen.
Zwei andere Brücken sind nur paar Minuten Fußweg entfernt. Der Durchgang zwischen Schwabo und Brantner-Bäck ist wahrlich kein Schmuckstück. Außerdem sprechen der Hochwasserschutz und die klamme Stadtkasse gegen den Erhalt oder Neubau eines Stegs. Oder sollte ich besser schreiben: „sprachen“? Denn nun gibt es aus dem Rathaus einen neuen Vorschlag.
In einer Vorlage für den Gemeinderat schildert Konrad Ginter, der Leiter der Abteilung Tiefbau, nochmal die Vorgeschichte: Eigentlich wollte man ja das kleine Häuschen zwischen Zentralapotheke und Drogerie Müller abbrechen und dort eine richtige Brücke hinüber bauen. So hätte man eine direkte Blickachse Park der Zeiten – Brestenberg erreicht. Doch die Stadt konnte das Häusle nicht kaufen und musste so auch die Pläne für eine größere Umgestaltung am Brestenberg fallen lassen.
Hochwasser spricht gegen Breisenberg-Steg
Hinzu kamen beim bisherigen Steg die Probleme beim Hochwasserschutz. Er ist zu niedrig. Bei einem „hundertjährigen Hochwasser“, könnte das Wasser den Steg erreichen und sich aufstauen. „Eine neue Brücke wäre so zu planen, dass der Freibord eingehalten werden kann“, schreibt Ginter in seiner Vorlage.
Das scheint nun möglich: „Da zwischenzeitlich eine Neuberechnung der Hochwasserlinie stattgefunden hat und diese sich im Vergleich zur vorherigen Hochwasserlinie reduziert darstellt, wäre bei einer entsprechenden Konstruktion einer neuen Brücke von einer Genehmigungsfähigkeit auszugehen.“
Bebauungsplan und Entwidmung
Hinzu kommt eine rechtliche Bewertung: Es gibt nämlich einen rechtsverbindlichen Bebauungsplan aus dem Jahr 1928. Und da ist ein „Verbindungsweg v. d. Hauptstraße zur Straße am Brestenberg“ öffentlich gewidmet. Will die Stadt diesen Weg entwidmen, muss der fast 100 Jahre alte Bebauungsplan geändert werden. Der Rat müsste die Entwidmung beschließen, dann könnte man die Berücke abbrechen.
Angebot der Maurers
Die Familie Maurer, die die drei Mehrfamilienhäuser am Brestenberg gebaut hat, möchte aber, dass der Steg bleibt. Die Maurers würden sich an den Kosten für eine neue Fußgängerbrücke beteiligen. Ein Steg, wie ihn die Stadt an der Schiltachstraßehat bauen lassen, hätte eine Breite von 1,50 Metern. Er würde maximal 65.000 Euro kosten. Das würden die Maurers tragen.
Allerdings müsste die Stadt die Planung, die Kosten der beiden Widerlager, das Genehmigungsverfahren und die Erneuerung des Oberflächenbelages im Bereich der Gasse Richtung Hauptstraße übernehmen.
Eile geboten
Das Ganze drängt, weil das Sanierungsgebiet Sängerstraße Brestenberg bis April 2027 abgerechnet sein muss, wie Clemens Maurer am Telefon erläutert. Sollte die Stadt Fördermittel erhalten, könnte der Steg mit einem Eigenanteil der Stadt von gut 51.000 Euro umgesetzt werden.
Das könnte man entweder aus dem Budget Gemeindestraße/Sanierungsgebiete bezahlen oder im Haushalt 2027 einplanen, schlägt Ginter vor. Der Gemeinderat wird am Donnerstag über das Brückenprojekt entscheiden.
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