Schramberg - News

Kommunalpolitik: Vom Klärschlamm bis zum Driften


Die Klärschlammentsorgung wird ab 2029 in Böblingen erfolgen

Von Martin Himmelheber

 

Schramberg. 08.07.2026 - Schramberg tritt dem Zweckverband Klärschlammverwertung Böblingen bei. Ab 2029 möchte die Stadt dort ihren Klärschlamm verbrennen lassen. Ohne weitere Diskussion hat der Gemeinderat das (in Abwesenheit der AfD-Vertreterin) vergangene Woche beschlossen.

 

Im Ausschuss für Umwelt und Technik hatte die Verwaltung in der Vorwoche über die verschiedenen Möglichkeiten der künftigen Klärschlammentsorgung informiert. Weil künftig das Phosphat aus dem Klärschlamm zurückgewonnen werden muss, wird das Mitverbrennen in Müllheizwerken oder Zementöfen künftig nicht mehr funktionieren.

 

Entsorgung in Böblingen gesichert

 

Monoverbrennungsöfen für Klärschlamm werden aber erst noch gebaut. In Böblingen ist die Planung so weit fortgeschritten, dass die Entsorgung ab 2028 gesichert wäre. Die Kosten für die Entsorgung werden von etwa 120 Euro je Tonne auch etwa 180 Euro steigen, schätzt der technische Leiter der Kläranlage Konrad Ginter. Die Auswirkungen auf die Abwassergebühren werden sich aber im Centbereich bewegen. Der Beschluss, dem Zweckverband beizutreten, erfolgte einstimmig.

 

Eine Million Euro weniger

 

Unter Bekanntgaben musste Oberbürgermeisterin Dorothee Eisenlohr eine schlechte Nachricht verkünden: Der Stadt fehlt eine weitere Million im Haushalt. Bei den Gewerbesteueranmeldungen habe es eine Korrektur nach unten in Höhe von etwa einer Million Euro gegeben. „Das wird sich auch auf den Haushalt auswirken“, so Eisenlohr. Die Details werde die Kämmerei im ersten Haushaltszwischenbericht am 23. Juli im Rat berichten.

 

10.000 Campingübernachtungen?

 

Zum Tourismusbericht war im Verwaltungsausschuss die Frage aufgekommen, wie es sein kann, dass in der Rubrik „Camping und sonstiges“ 10.000 Übernachtungen in Schramberg verbucht werden. Schramberg habe bekanntlich keinen Campingplatz, so Aktive-Bürger-Rat Jürgen Reuter. 

 

In der Gemeinderatsitzung klärte Eisenlohr nun auf, es gehe dabei um „sonstiges“. Das seien Übernachtungen in Gruppenunterkünften wie dem Burgstüble auf der Hohenschramberg, im Erlebnis-Bauernhof in Waldmössingen oder der Altenburg in Tennenbronn.

 

Offene Fragen zu Rasern

 

Susanne Andreae (SPD-Buntspecht) griff zwei Anfragen von Bürgern auf. Diese hätten sich mit Problemen an die Verwaltung gewandt, aber nach drei Wochen noch keine Antwort bekommen. Einmal ging es zum Raser auf dem Sonnenberg, die dort auch noch „driften“. Zum anderen wünscht ein Bürger eine Geschwindigkeitsreduzierung in der Erhard-Junghans-Straße.

 

Eisenlohr: „Wir nehmen das mit.“ Fachbereichsleiter Matthias Rehfuß werde im Gemeinderat berichten.

 

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