
Gefährlich nahe kamen die Flammen an die Stadt. Foto vom 16.
Von Martin Himmelheber
Schramberg. 18.09.2026 - Gut vier Wochen liegt der verheerende Waldbrand am Tösberg inzwischen zurück. Nun flattern die ersten Rechnungen ins (Rat-)Haus und es zeigt sich: Das kann richtig teuer werden. Unter Bekanntgaben hat Oberbürgermeisterin Dorothee Eisenlohr im Verwaltungsausschuss schon einige Zahlen genannt.
Vorausgeschickt hat sie nochmals einen herzlichen Dank an all diejenigen, die bei der Brandbekämpfung mitgewirkt haben: Von den Feuerwehrleuten und dem THW über das DRRK, die Bergwacht, die Polizei bis zu den Landwirten, die mit ihren Güllefässern Wasser transportiert hatten. Nur so sei es „gelungen, den Brand innerhalb von 24 Stunden einzudämmen“ und zu verhindern, dass die Flammen das Wohngebiet erreichten.
Wegen des Waldbrands habe sie einige Eilentscheidungen treffen müssen, über die sie den Ausschuss unterrichten wolle. So sei an der Feuerwehr-Drehleiter ein erheblicher Schaden am Korb entstanden. Der Ersatz werde 107.000 Euro kosten. Außerdem würden 11.000 Euro fällig für 60 Tage Miete eines Ersatzkorbs. Ob die Versicherung für diese Kosten aufkomme, kläre die Verwaltung gerade.
Wegen des Waldbrands sperrte das Regierungspräsidium bekanntlich die Landesstraße nach Lauterbach. Um die Strecke möglichst rasch wieder öffnen zu können, hatten die Behörden schnell mehrere Firmen engagiert.
Bäume in städtischer Verantwortung
In der Verantwortung der Stadt als Waldbesitzerin lag das Entfernen der Bäume aus dem Brandgebiet. Per OB-Eilentscheidung habe sie die Firma Hangleitner mit den Arbeiten beauftragt. Eine grobe Kostenschätzung betrug 120.000 Euro brutto einschließlich des Hubschraubereinsatzes. „Das brauchen wir aber nicht vollständig“, so Eisenlohr, "es wird wohl deutlich niedriger.“
Die Kosten für die Geröllberäumung, die Betonwälle und Schutzzäune hingegen trage das Land. Für die Ersatzbusse für die Schülerbeförderung aus Lauterbach habe der Landkreis die Kosten übernommen. Glücklicherweise mussten die Busse ja nur am Montag und Dienstag rollen, danach war die Strecke bekanntlich wieder frei.
Feuerwehreinsatz zahlt die Stadt
Bezahlen muss die Stadt allerdings noch für die Einsatzkräfte der Feuerwehr. Eisenlohr erinnerte daran, dass 400 Feuerwehrleute mit 85 Fahrzeugen aus mehr als 20 Städten und Gemeinden den Brand bekämpften. Auch die Landwirte, die mit ihren Güllefässern das Löschwasser transportierten wird die Stadt entschädigen. Etwa 10.000 Euro für Spritkosten und die entgangene Arbeitszeit seien da zu erwarten.
Stadtbrandmeister Patrick Wöhrle, der die technische Einsatzleitung innehatte, werde über eine Waldbrandübung und dann den „echten“ Brand noch in einer der kommenden Sitzungen berichten, kündigte Eisenlohr an. „Insgesamt haben wir das gut hinbekommen“, so Eisenlohrs Fazit.
Außergewöhnliche Einsatzlage
Jürgen Reuter (Aktive Bürger) erkundigte sich nach der Einsatzleitung und der Präsenz des Landratsamtes.
Eisenlohr entgegnete, die organisatorische Leitung habe bei ihr gelegen. Der erste Landesbeamte Hermann Kopp sei sehr schnell „Und die ganze Nacht“ vor Ort gewesen. Kopp habe dann auch die „außergewöhnliche Einsatzlage“ ausgerufen. Das sei deshalb wichtig, weil dann auch das Land die Kosten beispielsweise fürs DRK zahle. Die Kosten für die Feuerwehren müsse aber die Stadt tragen. Am Montagabend sei Landrat Christoph Keckeisen aus dem Urlaub nach Schramberg gekommen.
Zu den Kosten für die Waldbrandbekämpfung versprach Eisenlohr, die Verwaltung werde den Rat transparent informieren. „Das wird uns aber noch Wochen und Monate beschäftigen.“
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