Schramberg - News

Sirenen kommen – aber wie viele?


So sehen moderne Sirenen aus. Foto: Stadt Tuttlingen

Von Martin Himmelheber

 

Schramberg. 27.09.2026 - Seit längerem beschlossen ist, dass Schramberg wieder mit Sirenen ausgestattet wird. Im Katastrophenfall kann dann die Stadtverwaltung die Bevölkerung schnell informieren. Moderne Sirenen geben nicht nur Signaltöne ab, sondern sind wie starke Lautsprecher in der Lage auch Sprache zu übermitteln. Im Mai 2025 hatte die Stadt den Auftrag an die Firma Safus aus Pfarrkirchen erteilt. Gut 275.000 Euro sollte es kosten Schramberg mit diesen Sirenen auszustatten.

 

In der Ausschreibung waren 17 Sirenen im gesamten Stadtgebiet vorgesehen. Das hatte eine Beschallungsprognose mit Hilfe eines Computerprogramms ergeben. Nachdem die Firma Safus den Auftrag erteilt bekommen hatte, hatte sie eine „Projektion“ begonnen und die Standorte für die Sirenen ausgesucht.

 

Projekt fast doppelt so teuer

 

Anfang des Jahres habe die Firma der Stadt einen Plan vorgelegt, nachdem die 17 Sirenen für fast 400.000 Euro installiert werden sollten.  Zugleich gibt es eine Variante mit nur 13 Anlagen. Diese Variante würde 275.000 Euro kosten, aber nicht alle Stadtbereiche erreichen.

 

Die Verwaltung möchte, dass die Firma die Warnsirenen zu dem Preis installiert, wie es in der Ausschreibung vorgesehen war. „Eine nahezu Verdoppelung des Angebotspreises“ sei dem Rat nur „schwer zu erklären“, wie es in der Vorlage heißt.

 

Man könne bei der abgespeckten Variante die betroffene Bevölkerung über Lautsprecherwagen informieren oder einzelne stärkere Sirenen verwenden, schlägt die Verwaltung vor Auch könne man so planen, dass später die fehlenden Sirenen noch hinzu gebaut werden könnten.

 

Einsparmöglichkeiten suchen

 

Im Ausschuss für Umwelt und Technik gab es noch keine Beschlussempfehlung. Mirko Witkowski (SPD-Buntspecht) wies auf die Notwendigkeit der Sirenen hin. Er empfahl die Variante mit 13 Sirenen. „Dann können wir in der Praxis schauen, ob es reicht.“

 

Oskar Rapp (Freie/Neue Liste) wunderte sich, weshalb Tennenbronn weniger Anlagen bekommen werde als Schramberg Tal. Ein Fachmann der Firma erläuterte, dass der Grundpegel des Lärms unterschiedlich sei. Auch sei die Bebauung eine andere als in Tennenbronn.

 

Die Ausschussmitglieder waren der Meinung man solle sich auf das beschränken, was im Haushalt vorgesehen sei. Allerdings sind auch dafür überplanmäßige Mittel in Höhe von 75.000 Euro erforderlich, weil im Haushalt lediglich 200.000 Euro veranschlagt sind.

 

Der Fachmann erläuterte, dass es durchaus Einsparmöglichkeiten gäbe, etwa bei der Standort Wahl. Wenn man geeignete Dächer finde, könne man etwa auf teure Masten verzichten. Eine 100-prozentige Abdeckung werde auch mit 17 Sirenen im Schramberger Siedlungsgebiet nicht zu erreichen sein.

Entscheidung im Gemeinderat

 

Die Entscheidung soll nun im Gemeinderat getroffen werden. Rapp plädierte dafür auf die die 75.000 Euro überplanmäßige Mittel. Michael Melvin (CDU) erinnerte daran, dass inzwischen die Bundeswehr in Baden Württemberg Druck mache und die Kommunen auffordere solche Sirenen zu installieren.

 

Susanne Andreae (SPD-Buntspecht) hakte nach, ob es in Zeiten moderner Warnapps überhaupt noch Warnsirenen brauche. Da entgegnete der Experte, dass beispielsweise nachts die Sirenen warnen könnten, wenn Smartphones und Computer abgeschaltet seien.

 

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