
Beim Rathaus ließe sich durch dichte Fenster Energie sparen.
Von Martin Himmelheber
Schramberg. 07.10.2026 - Mit knapper Mehrheit hat der Gemeinderat der Stadtverwaltung das Verschieben von gut 450.000 Euro aus dem Gebäudeunterhalt in das Gebäudemanagement bewilligt. Dazu gehören in erster Linie die Kosten für Strom, Heizung, Wasser und Abwasser der städtischen Gebäude. Aber auch die Reinigungskosten, Mieten, Versicherungen und die Müllgebühren gehören dazu.
Im Haushalt waren dafür 2,95 Millionen Euro vorgesehen. Benötigt werden aber 3,4 Millionen Euro. Für die Verwaltung hatte Thomas Müller argumentiert, der Planansatz sei zu niedrig gewählt gewesen. Einige Gemeinderäte kritisierten den ihrer Meinung nachmangelhaften Sparwillen der Verwaltung.
Müller wies darauf hin, dass es sich „meist um fixen Kosten“ handle. Bei den Haushaltsberatungen und Beschlüssen sei man letztes Jahr „sehr konservativ“ vorgegangen und habe die 2,95. Millionen Euro eingeplant, obwohl damals schon im laufenden Jahr 3,2 Millionen Euro gebraucht wurden.
Bis Ende September sei man bereits bei 2,1 Millionen Euro gelandet und sehe, dass die Haushaltsmittel bis Jahresende nicht reichen werden.
Umschichten
Die fehlenden Gelder könne man aus dem laufenden Haushalt übertragen, weil man andere Maßnahmen verschiebe. Laut Vorlage gehören dazu die Erneuerung der Lüftungsanlage der Turn- und Festhalle Sulgen für 200.000 Euro. Diese werde erst im nächsten Frühjahr umgesetzt.
Beim Ausbau der Ganztagsbetreuung in Sulgen benötige man für den Umbau der Empore in der Halle eine Baugenehmigung. Diese erwarte die Stadt im Frühjahr. Das Dach am Kindergarten Eckenhof sei Dank einer Notabdichtung dicht und man könne die Sanierung auf 2028 verschieben. Insgesamt ließen sich so 450.000 Euro für die laufenden Kosten verwenden.
Oberbürgermeisterin Dorothee Eisenlohr betonte, man verschiebe die Gelder im Haushalt, um die Lücke zu schließen. Es gehe nicht um zusätzliche Mittel.
Wo bleiben die Sparmaßnahmen?
Thomas Brugger CDU, kritisierte, die Stadt habe schon im letzten Jahr überplanmäßige Mittel benötigt. Er wollte wissen, welche der damals diskutierten Sparmaßnahmen die Verwaltung inzwischen umgesetzt habe. Die Vorschläge reichten von Bewegungsmeldern bei der Gebäudebeleuchtung bis zum Monitoring der Heizungen durch die Hausmeister. Brugger wollte wissen, woher die Kostensteigerungen kämen und welche städtischen Gebäude noch mit Öl beheizt werden.
Das Monitoring laufe an, erwiderte Müller. Die Hausmeister sollten dann die Daten liefern. Die Stadtverwaltung prüfe verschiedene Softwarelösungen. Die Preise dafür lägen zwischen 2000 und 14.000 Euro. „Wir wollen da effizient unterwegs sein.“ Im kommenden Jahr sollen die Hausmeister Tablets erhalten, auf denen sie die Daten von den Zählern eingeben können.
Vier der Städtischen Gebäude würden derzeit noch mit Öl beheizt, darunter die Stadtgärtnerei in Sulgen. Hier wolle man künftig schauen, wie hoch der Ölverbrauch pro Jahr ist, so Müller. Es habe keine wesentlichen Kostensteigerungen gegeben, man habe den Haushalt zu niedrig angesetzt. Eisenlohr rechnet damit, dass die Einführung der Tablets für das Monitoring helfen werde, den Ehrgeiz zum Sparen anzustacheln.
Kein Sparwille
Thomas Brantner (CDU) begründete seine Ablehnung des Antrags damit, dass er „keinerlei Sparwillen erkennen“ könne.
Tanja Witkowski (SPD-Buntspecht) sah es ähnlich. Sie berichtete von der Grundschule Tennenbronn. Dort habe der Hausmeister bereits im Frühjahr der Verwaltung gemeldet, man sollte Pellets für die Heizung nachbestellen. Passiert sei bis zum Herbst nichts. Nun müsse man Höchstpreise für die Pellets zahlen. Vor einem Jahre schon habe man das Monitoring beschlossen, jetzt erst gehe die Verwaltung dran.
Eisenlohr gab zu, dass so etwas wie mit dem Pelletskauf nicht sein sollte.
Clemens Maurer wunderte sich, weshalb alles so kompliziert sei. Die Stadt erhalte doch die Rechnungen der Lieferanten und Dienstleister und habe dort die erforderlichen Daten. Außerdem erkundigte er sich nach der Arbeit der Klimamanagerin.
Was macht die Klimamanagerin?
Müller versicherte, die Auswertung der Rechnungen werde gemacht. „Dank der Abschlagszahlungen wissen wir, was auf uns zukommt.“ Eisenlohr betonte, die Klimamanagerin sei „wirklich engagiert und fleißig“. So stamme der Gebäude-Smartcheck von ihr.
Auch Fachbereichsleiter Bent Liebrich berichtete, die Klimamanagerin sei sehr aktiv, wenn es um Einsparungen gehe. „Sie treibt die Hochbauer vor sich her.“ Allerdings gehe manches nicht so schnell, wie man es sich wünsche. Er nannte die undichten Fenster im Rathaus als Beispiel. In Zukunft soll für jedes Gebäude der Stadt je ein verantwortlicher Hausmeister und eine Person im Hochbau benannt werden. Das entsprechende Konzept sei nächste Woche fertig, so Liebrich.
In Abwesenheit der AfD-Vertreterin stimmte der Gemeinderat mit 14 ja stimmen für den Verwaltungsvorschlag. Die elf Nein-Stimmen gingen quer durch die Fraktionen und Gruppen.
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