Überall zu finden. Weggeworfene Pizzaschachtel. Foto: him
Von Martin Himmelheber
Schramberg. 07.10. 2026 - Wie ließen sich die Unmengen Müll vermeiden, die beim „Essen über die Straße“ entstehen? Die ÖDP im Gemeinderat hatte 2024 eine Verpackungssteuer vorgeschlagen. Das hatte der Gemeinderat abgelehnt. Stattdessen sollte die Stadtverwaltung mit den Gastronomen reden und sie davon zu überzeugen suchen, das Mehrweggeschirr für sie vorteilhaft wäre.
Okay, das klingt im Original komplizierter, läuft aber ungefähr darauf hinaus. Die Verwaltung hat 30 Gastwirte angeschrieben und sie um ihre Einschätzung und zu einer Online-Befragung zum Thema Mehrweggeschirr eingeladen. Nur acht Betriebe haben geantwortet. Daraus schließt die Verwaltung, dass das Interesse der Betriebe „an der Einführung oder Ausweitung eines Mehrwegsystems derzeit nur begrenzt vorhanden ist“.
Drei der antwortenden Betriebe erklärten, sie verwendeten bereits Mehrweggeschirr. Ein Gastronom erklärte, seine Gäste zahlten oft lieber mehr für Einweggeschirr. „Dies zeigt, dass die Akzeptanz bei den Kunden derzeit ebenfalls begrenzt ist“, heißt es in der Vorlage.
Wirtschaftsförderer Ralf Heinzelmann sagte zu, die Verwaltung werde „den Markt der Mehrwegsysteme weiter anschauen und im Rat gegebenenfalls berichten“.
Liebermann nicht zuufrieden
Volker Liebermann (ÖDP) bedauerte, dass es bei den Gastro-Betrieben „so wenig Resonanz“ gegeben habe. Seine Gruppe hätte sich gewünscht, dass die Verwaltung den Wirten eine klare Darstellung der Systeme vorstelle. Bei 16 Millionen Einwegbechern und 4,5 Millionen Einwegboxen bundesweit an einem Tag sei das ein großes Müllthema.
Die Verwaltung hätte den Betrieben Informationen zur Verfügung stellen sollen, so Liebermann. Es gebe doch gut funktionierende Systeme wie Recup. Diese seien sehr schnell günstiger als Einweggeschirr. Das sollte doch allen, denen die Umwelt am Herzen liegt, einleuchten.
Bäckereien zufrieden
Eisenlohr berichtete, in Schramberg seien verschiedene Systeme im Einsatz. Zwei Bäckereien hätten unterschiedliche Systeme und seien damit zufrieden. Andere seien nicht interessiert, den Anbieter zu wechseln. Eine gemeinsame Veranstaltung vom Landkreis und der IHK zum Mehrweg in der Gastronomie sei „superschwach“ besucht gewesen. Die Stadt werde das Thema aber gern wieder aufgreifen, wenn sich etwas ändere.
Barbara Kunst (CDU) warb dafür, „die Schulen mit ins Boot zu holen“. Man müsse Anreize schaffen, beim Mehrweggeschirr mitzumachen.
Bei einer Gegenstimme beschloss der Rat, das Thema Mehrweggeschirr dann wieder aufzugreifen, wenn die Verwaltung einen vielversprechenden Ansatz sehe.
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