
Die Berneckschule, vom Aussichtshäusle aus gesehen. Foto: hi
Von Martin Himmelheber
Schramberg. 07.10.2026 - Unhaltbare Zustände hat Stadtrat (und Grundschullehrer) Stefan Grimm von der Freien/Neuen Liste am vergangenen Donnerstag unter Anfragen von seiner Grundschule, der Berneckschule, berichtet. Das Schulgelände werde „regelmäßig verschmutzt und beschädigt“. Nun möchte die Stadt gegensteuern und schlägt unter anderem eine Änderung der Benutzungsordnung vor.
Grimm schilderte in drastischen Worten, welche Ausmaße der Vandalismus inzwischen angenommen habe: „Steine werden herausgerissen regelmäßig liegt Müll herum, Glasscherben auf dem Hof.“ Der Hausmeister versuche die Vorkommnisse zu dokumentieren.
Problematische Zustände
Die Zustände seien „problematisch“, und beschäftigten auch die Eltern, so Grimm. Er wolle keine Kritik an der Stadtverwaltung üben, es gelte gemeinsam nach Lösungen zu suchen. Es sei ihm auch klar, dass nicht immer alles kontrolliert werden könne. Aber wenn man nichts unternehme, sehe er irgendwann auch die Brandgefahr – und dass er dann in seiner Funktion als Feuerwehrmann an seiner Schule auftauche.
Er bezeichnete Verschmutzung und Vandalismus als „zunehmend problematisch“, die Lage sei an manchen Tagen „erschreckend“.
Oberbürgermeisterin Dorothee Eisenlohr sprach von „erschreckenden Zuständen“ und regte einen runden Tisch mit allen Beteiligten an, um zu überlegen, was man machen könne. Das Ganze habe „eine neue Dimension“ erreicht. Sie möchte auch die anderen Schulen wie Gymnasium, Peter-Meyer-Schule und Erhard-Junghans-Schule einbeziehen.
Fachbereichsleiter Matthias Rehfuß, meinte, die Verwaltung sei „dran“, der städtische Vollzugsdienst kontrolliere auch immer wieder. Nur: Dieser Vollzugsdienst ist durch Krankheit und Kündigung derzeit stark dezimiert.
Ungünstig zu überwachen
Die Berneckschule ist ganz in der Nähe des Schweizer-Parkplatzes. Dieser ist nachts ein beliebter Treffpunkt für junge Erwachsene. Von da sind es nur wenige Schritte auf den Schulhof. Dieser ist durch seine Lage von außen nur noch schwer einzusehen.
Die Treppe hinauf zum Eingang lädt zum Sitzen ein. Anders als beim Gymnasium gibt es keine Video-Überwachung, der Platz ist nicht hell ausgeleuchtet. So fehlt auch die soziale Kontrolle.
Satzungsänderung geplant
Mit einer Änderung bei der Satzung über die Schulhöfe könnte die Verwaltung eine bessere Handhabe erhalten, vielleicht auch um gegen den Vandalismus vorgehen zu können. In einer Vorlage für den Verwaltungsausschuss schlägt Abteilungsleiterin Kerstin Flaig vor, die öffentliche Nutzung der Schulhöfe in Schramberg-Tal und Sulgen künftig erst ab 16 Uhr statt bisher 14 Uhr zu erlauben.
„Mit der differenzierten Anpassung der Öffnungszeiten wird den unterschiedlichen schulischen Gegebenheiten an den einzelnen Standorten Rechnung getragen“ schreibt Flaig. So könnten die Schulen die jeweiligen Nachmittagsangeboten angemessen berücksichtigen. Auch weist sie auf das Hausrecht der Schulen hin, sollte es zu Störungen kommen.
Ab 21 Uhr dürfen die Schulhöfe schon jetzt nicht genutzt werden. Die Lehrerschaft, der Ordnungsdienst und die Polizei könnten also schon jetzt Leute, die sich nach 21 Uhr dort aufhalten, wegschicken. Gegebenenfalls könnte man sie auch wegen Hausfriedensbruchs anzeigen.
Angstbesetzt
Dass die Berneckschule inzwischen abends auch für andere junge Leute zu einem problematischen Ort geworden ist, belegt eine Geschichte, die Mark Finnern erzählt hat. Als der Toleranzcontainer vor dem Rathaus stand, habe er drei Jugendliche mit Migrationshintergrund gefragt, ob sie sich in Schramberg diskriminiert fühlten oder Angst hätten. Eigentlich nicht, hätten die drei gemeint. Aber an der Berneckschule gingen sie nachts nicht mehr vorbei.
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