
Seit knapp 7 jahren besitzt die Talstadtfeuerwehr ein LF 20.
Von Martin Himmelheber
Schramberg. 23.05.2026 - Für ein neues Feuerwehrfahrzeug LF 20 KatS wird Schramberg in den kommenden zwei Jahren etwa 650.000 Euro investieren. Der Ausschuss für Umwelt und Technik (AUT) hat dem Gemeinderat einstimmig empfohlen, ein solches Fahrzeug als Ersatz für ein 26 Jahre altes LF 8/6 der Tennenbronner Feuerwehr anzuschaffen.
Stadtbrandmeister Patrick Wöhrle hatte im Ausschuss für den Kauf geworben. Beim bisherigen Fahrzeug stiegen der Reparaturkosten und die Ersatzteilbeschaffung werde immer schwieriger. „Es gibt Undichtigkeiten beim Löschwassertank, und die Pumpe fällt aus.“ Wöhrle nannte weitere Mängel wie überaltertes Material an Bord oder Ausfall des Lichtmasts.
2000 Liter Löschwasser an Bord des LF 20 KatS
Das neue Fahrzeug sei im Feuerwehrbedarfsplan bereits für einen Ankauf im Jahr 2025 vorgesehen gewesen. Es werde einen 2000 Liter-Löschwassertank haben, gut drei Mal mehr als das bisherige Fahrzeug. Auch die Pumpleistung werde erhöht. Mit der Katastrophenschutzausstattung (KatS) biete es weitere Vorteile.
Wöhrle rechnet mit einem Landeszuschuss von 150.000 Euro. Wenn man jetzt ausschreibe und im Herbst die Vergabe entscheide, könnte das Fahrzeug Ende 27 oder Anfang 2028 ausgeliefert werden.
Oberbürgermeisterin Dorothee Eisenlohr sprach von einer „sehr hohen Ausgabe“, angesichts der Haushaltslage. Aber der Kauf sei wegen der Sicherheitsmängel notwendig.
Viele Fragen an den Stadtbrandmeister
Susanne Andreae (SPD-Buntspecht) erkundigte sich nach der Anzahl von Fahrzeugen der Tennenbronner Wehr, wie viel der Verkauf des alten Fahrzeugs noch bringen könnte. Sie wollte wissen, wie lange es im Ernstfall daure, bis die Schramberger Feuerwehr unterstützen könne und ob die Abteilung Tennenbronn auch beide Fahrzeuge adäquat besetzen könne.
Mit mehr als 50 Feuerwehrleuten sei die Abteilung gut in der Lage, die beiden vorhandenen Fahrzeuge praktisch jederzeit einsatzbereit zu haben, so Wöhrle. Dank des größeren Löschwassertanks sei man auch in der Lage, etwas länger löschen zu können, bis Hilfe aus dem Tal oder vom Sulgen hinzukomme. Auch seien mehr Schläuche und eine Extra-Pumpe an Bord, um längere Strecken überbrücken zu können.
Bei der Hilfe aus Schramberg habe man derzeit das Problem, dass durchs Berneck-Tal kein Durchkommen sei. Im Brandfall werde deshalb die St. Georgener Feuerwehr mit alarmiert. Gleichzeitig helfe auch die Tennenbronner Wehr in anderen Stadtteilen aus. Auch daher sei das zweite Fahrzeug „für alle Fälle“ wichtig.
Filmrequisite?
Beim Verkauf des alten Fahrzeugs gebe es verschiedene Möglichkeiten: Entweder über einschlägige Plattformen oder als Filmrequisite an Filmgesellschaften. Auch das Ausschlachten für Ersatzteile sei möglich. Zwischen 5000 und 10.000 Euro erlös seien möglich, so Wöhrle.
Emil Rode (Freie/Neue Liste) erkundigte sich nach dem Preis eines solchen Fahrzeugs vor fünf oder zehn Jahren und ob das neue Fahrzeug ein Verbrenner- oder E-Auto sei. Damals habe man etwa 400.000 Euro zahlen müssen, antwortete Wöhrle. Das neue Fahrzeug habe einen Dieselmotor und Allradantrieb. Großstadtfeuerwehren erprobten derzeit Elektrofahrzeuge. Dort seien die Fahrzeuge aber auch täglich im Einsatz. Bei uns mache es noch keinen Sinn.
Michael Melvin erkundigte sich nach der Eignung für Waldbrandbekämpfung. Dafür seien die längeren Schläuche und der größere Tank wichtig, versicherte Wöhrle.
Die volle Manpower nötig
Stefan Grimm, selbst bei der Feuerwehr, plädierte für das neue Fahrzeug. Bei Bränden dort brauche man „die volle Manpower“. Deshalb sei das zweite Fahrzeug elementar. Er erinnerte an die Löschwasserdebatte im Außenbereich. Ein solches Fahrzeug sei wesentlich effektiver, als die damals angedachten Wassertanks in Güllefässern. Bei allen Sparzwängen gelte: „Priorität Feuerwehr.“
Eisenlohr betonte, die Stadt habe „noch nie bei der Feuerwehr gespart“. Sie sei sicher, mit dem LF20 KatsS sei man in Tennenbronn künftig „besser unterwegs“.
Der AUT empfahl dem Gemeinderat einstimmig, das Fahrzeug zu beschaffen.
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