Schramberg - News

Fast doppelt so viele Wohngeldanträge zu bearbeiten


Die Servicestelle Soziales befindet sich in einem Büro neben

Von Martin Himmelheber

Schrmaberg. 20.05.2026 - Seit der Abgabe der Aufgaben des Sozialamts an den Landkreis, verfügt Schramberg über eine „Servicestelle Soziales“. Hier können Bürgerinnen und Bürger ihre Anträge auf Sozialhilfeleistungen abgeben und sich beraten lassen. Die Mitarbeiterinnen nehmen Wohngeldanträge entgegen und bearbeiten sie.

 

Außerdem stellen sie Berechtigungsausweise für die Schramberger Tafel aus und helfen bei Rentenanträgen. Im Verwaltungsausschuss hat Fachbereichsleiterin Susanne Gwosch über die Arbeit der Servicestelle im vergangenen Jahr berichtet. Auffällig sei gewesen, dass die Zahl der Anträge im Bereich der Sozialhilfe deutlich zurückgegangen sind, nämlich von 845 im Jahr 2023 über 626 im Jahr 2024 auf 463 im letzten Jahr.

 

Reform erhöht die Zahl der Wohngeldanträge

 

Enorm angestiegen sei im selben Zeitraum aber die Zahl der Wohngeldanträge. Hatte die Servicestelle im Jahr 2022 noch 258 Anträge zu bearbeiten, so waren es 2025 454. Gwosch führt den Anstieg auf die Reform des Wohngelds im Jahr 2023 zurück. Es habe einige Zeit gebraucht, bis viele Menschen mitbekommen haben, dass sie nun Anspruch auf Wohngeld haben.

 

Entsprechend sind auch die Ausgaben gestiegen. Zahlte Schramberg 2022 noch knapp 290.000 Euro Wohngeld aus, so waren es im vergangenen Jahr 1,476 Millionen. Auch für die Mitarbeiterinnen bedeute dies, dass sie sich in diesem Bereich „mehr reinknien“ müssten, so Gwosch.

 

Auch bei den Rentenanträgen gebe es eine Zunahme. Die Boomer kommen ins Rentenalter. Hier unterstützten auch die Bürgerbüros und Ortsverwaltungen, so Gwosch.

 

Weniger Tafelausweise

 

Um etwa 20 Ausweise auf 160 zurückgegangen ist die Zahl derjenigen, die einen Ausweis für die Tafel benötigen. Das hänge mit den rückläufigen Zahl von Geflüchteten zusammen. Um die Tafel gut betreiben zu können, können die Berechtigten nur alle zwei Wochen dort einkaufen.

 

Oberbürgermeisterin Dorothee Eisenlohr bedankte sich bei den Mitarbeiterinnen der Tafel. Dies sei „ein Angebot, das leider sehr gebraucht“ werde.

 

Dünner Draht ins Landratsamt

 

Ein großes Manko allerdings hat die Servicestelle: Sie verfügt nicht über einen Zugang zu den Daten des Sozialamts im Landratsamt. Die Mitarbeiterinnen in Schramberg können Ratsuchenden also nicht vor Ort Auskünfte zu Fragen ereilen, zu denen die Antworten in den Akten des Kreissozialamtes zu finden wären.

Das sei aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht möglich, so Gwosch auf meine Nachfrage. Zudem seien die dortigen Beschäftigten telefonisch nur schwer zu erreichen. Eine schnelle und unbürokratische Unterstützung der Hilfesuchenden ist so oft nicht möglich.

 

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