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Fassanstich beim Stadtfest 2023 mit Oberbürgermeisterin Doro
Von Martin Himmelheber
Schramberg 13.05.2026 - Dass es im kommenden Jahr nichts werden wird mit einem Stadtfest, das stand schon nach der Sitzung des Verwaltungsausschusses vor vier Wochen fest. Die Stadtkasse ist leer und Besserung nicht in Sicht. Offen war nur, ob man sich schon jetzt auf einen Termin für 2028 festlegt oder lieber „auf Sicht fahren“ soll. Darüber gab es eine längere Debatte im Gemeinderat. Schließlich votierten 17 Rätinnen und Räte für eine Festlegung auf 2028, neun waren für offen lassen. Zwei, nämlich Mirko Witkowski und Birgit Kronenbitter, enthielten sich.
Clemens Maurer (CDU) fand, die Debatte eigentlich unnötig. Es gebe schließlich einen Grundsatzbeschluss, regelmäßig Stadtfeste zu feiern. Seine Fraktion beantrage deshalb die Festlegung, dass 2028 ein Stadtfest gefeiert wird.
In den Jahren zuvor habe es „lange Diskussionen über regelmäßige Stadtfeste“ gegeben. Dann kam der Grundsatzbeschluss mit einem vierjährigen Turnus. Es habe „immer eine gute Resonanz“ gegeben, so Maurer. Auch bräuchten die Vereine Planbarkeit und Regelmäßigkeit. Für eine Stadtgesellschaft seien „gemeinsame Rituale“ bedeutsam.
Stadtfest mit Symbolcharakter
Auch seine Fraktionskollegin Sabine Haas (CDU) erklärte, ein Stadtfest habe Symbolcharakter. Wenn Lauterbach das hinbekomme, trotz deutlich schlechterer Finanzlage, sollte Schramberg das ebenfalls schaffen.
Thomas Brantner (CDU) argumentierte, ein Stadtfest diene auch der Finanzierung der Vereine. Bei den von der Stadt errechneten Summe von 125.000 Euro kämen mehr als ein Drittel aus dem Bauhofetat. Diese Kosten fielen „so oder so an“. Man sollte über Einsparpotenziale nachdenken und vielleicht auf eine Bühne verzichten. Ein Stadtfest sei nötig, damit sich die Menschen mit ihrer Stadt identifizierten.
Ralf Rückert (Freie/Neue Liste) erinnerte an die hohen Kosten, die die Vereine wegen der Sicherheitsauflagen zu tragen hätten. Er wollte den CDU-Antrag ergänzen und die Verwaltung auffordern, bei den Vereine abfragen, ob sie in der Lage sind, ein Stadtfest 2028 zu stemmen. Rückert plädierte für den bisherigen Rahmen mit zwei Bühnen. Auch Wirtschaftsförderer Ralf Heinzelmann sprach sich dafür aus, ein Datum möglichst bald festzulegen.
Sparen an der falschen Stelle
Tanja Witkowski (SPD-Buntspecht) riet, abzuwarten, wie sich die Haushaltslage entwickle. Man müsse eben auch an dieser Stelle sparen. Sie ärgere sich, dass der Rat das 1-Euro-Ticket abgesetzt habe, „aber dafür ist Geld da.“
Wie schon im Ausschuss warb Oberbürgermeisterin Dorothee Eisenlohr dafür, „auf Sicht zu fahren“. Damit handelte sie sich vom CDU-Sprecher Brantner den Vorwurf ein, sie glaube nicht an Schramberg.
Die Angegriffene konterte, es gebe viele andere Möglichkeiten, die Stadt zu erleben, und sprach von Symbolpolitik. Das wiederum brachten Maurer gegen sie auf. Er verwahre sich gegen den Vorwurf der Symbol-Politik. Zum Ein-Euro-Ticket fand Maurer, dieses käme nur manchen Leuten zugute, das Stadtfest aber allen.
Stefan Grimm von der Freien/Neuen Liste war der Meinung, die Stadt müsse dafür sorgen, dass Leute auch etwas zu lachen haben. Deshalb sollte das Stadtfest 2028 fest geplant werden.
Jürgen Winter (CDU) erinnerte an die 850-Jahrfeier in Tennenbronn, die 2029 geplant sei. Da wäre ein Stadtfest zu viel, deshalb sei er für eine Festlegung auf 2028.
Enttäuschungen vermeiden
Guido Neudeck (SPD-Buntspecht) war überzeugt: „Ein Stadtfest würde uns sehr guttun.“ Er frage sich aber auch, schaffen wir es und wie kommen wir aus der Zusage wieder raus, falls sich die wirtschaftliche Lage verschlechtere?
Sein Fraktionskollege Mirko Witkowski sagte: „Wir alle möchten ein Stadtfest, aber wecken wir Erwartungen, die wir wieder enttäuschen müssen, wenn wir sie nicht halten können?“ Wenn der Rat etwas verspreche, müsse er es auch halten.
Der Rat entschied sich mehrheitlich für 2028. Bei den Ja-Stimmen war eine eigentlich zu viel: Oberbürgermeisterin Eisenlohr hatte versehentlich auf „Ja“ gedrückt, wollte aber eigentlich mit Nein stimmen, wie sie anschließend erklärte.
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