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GWRS Sulgen bekommt mehr Platz – aber nicht in Containern


Etienne Seif und Kerstin Flaig stellten die neuen Pläne im A

Von Martin Himmelheber

Schramberg. 16.05.2026 - Dass es an der Grund- und Werkrealschule (GWRS) Sulgen eng ist, das ist seit Jahren bekannt. Jetzt hat sich der Verwaltungsausschuss erneut mit dem Platzmangel befasst. Statt der seit Jahren erwogenen Lösung mit Modulen sollen jetzt im Schulgebäude zusätzliche Räume geschaffen werden. Damit sind nicht alle Beteiligten glücklich. Aber die Haushaltslage zwingt dazu.

 

Abteilungsleiterin Kerstin Flaig berichtete, der Rat habe sich zuletzt 2022 mit der Raumthematik der GWRS beschäftigt. Damals befürwortete der Verwaltungsausschuss das Aufstellen von Containermodulen. Die Verwaltung sollte die erforderlichen Schritte in die Wege leiten.

 

Mehr Grundschüler – weniger Werkrealschüler

 

Seither sei die Zahl der Grundschüler von gut 200 auf etwa 300 gestiegen. Es gebe drei Grundschulklassen mehr. Entstanden sei die Mensa im Foyer der Halle. Dadurch sei ein Klassenzimmer frei geworden.

Auch der Rückgang der Schüler in der Werkrealschule habe die Zunahme an der Grundschule teilweise kompensiert. Dennoch sei die Doppelbelegung von Räumen für Unterricht und Betreuung schwierig.

Von den 300 Grundschülern befänden sich knapp drei Vierte im Ganztagsunterricht oder in der verlässlichen Grundschule. 220 der 300 Grundschüler verbringen ihre Mittagszeit in der Schule. Außerdem seien die Werkrealschüler im Haus, wenn sie Nachmittagsunterricht haben. Mit dem Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung werde die Zahl eher noch steigen, ist Flaig sicher.

 

Containerlösung mit Hindernissen

 

Der Leiter der Abteilung Hochbau Etienne Seif zeigte im Ausschuss auf, welche Containerlösung – Variante 1 – möglich wäre: Es könnten auf dem vorderen Parkplatz für die Festhalle Module gestellt werden. So entstünde einschließlich Nebenräumen eine Zusatzfläche von 284 Quadratmetern.

Das Problem: Man müsste die wegfallenden Parkplätze andernorts nachweisen. Die Stadt müsste einen Bauantrag stellen, und schließlich würden die Module etwa 833.000 Euro kosten.

 

GWRS – Alternative für 200.000 Euro

 

Die Hochbauer hätten sich deshalb nach Alternativen im Gebäude umgeschaut, „wo wir noch Räumlichkeiten schaffen können“, so Seif. Für diese Variante 2 sei man auf die Empore in der Festhalle gestoßen. Da würden die Ringer Matten legen, die für die Nachmittagsbetreuung mit genutzt werden können. Der Jugendraum Exit im Untergeschoss könnte auch für die Betreuung verwendet werden.

Weiter könnte man einen nicht genutzten Physikraum im ersten Obergeschoss umbauen. Zudem wären im Keller mehrere Räume durch Umlegungen auch für die Betreuung nutzbar. Damit würde man erheblich mehr Fläche gewinnen bei einem viel niedrigeren Preis, nämlich etwa 200.000 Euro. Auf die Quadratmeter umgerechnet würde Variante 1 laut Beschlussvorlage etwa 4500 Euro Quadratmeter Nutzfläche kosten. Variante 2 läge bei knapp einem Zehntel, nämlich 476 Euro pro Quadratmeter.

 

Schule für Container

 

Kerstin Flaig berichtete, die Schulleitung habe sich für die Containerlösung ausgesprochen, man sei gegen die Räume im Keller. Auch würde es bei der Doppelnutzung von Klassenträumen bleiben.

Dennoch schlage die Verwaltung die Variante 2 vor, weil es „eine leichte Entzerrung“ geben werde. Man wolle die Entwicklung bei der Werkrealschule beobachten. Auch wegen des Rechtsanspruches auf den Ganztag seien „noch viele Fragen offen“, so Flaig.

 

Oberbürgermeisterin Dorothee Eisenlohr versicherte, die „Kellerräume“ hätten alle Tageslicht. Die Doppelbelegung sei ungünstig, gab sie zu. Es sei aber „gesetzeskonform und tolerabel“.

 

Eltern nicht länger enttäuschen

 

In der Aussprache machte Thomas Brantner (CDU) deutlich, dass man sich in einem Dilemma befände. Einerseits wünschten Eltern und Schule die Containerlösung. Andererseits komme man um die Doppelbelegung auch bei anderen Schulen nicht herum.Seit 2022 sei nicht viel gegangen. Deshalb müsse man nun „ganz schnell in die Umsetzung kommen, um den enttäuschten Eltern zu zeigen, wir machen alles, damit die Situation besser wird“, forderte Brantner.

 

Jürgen Reuter (Aktive Bürger) wollte wissen, ob schon bisher die gesetzlichen Auflagen für das Schulgebäude und die Schule erfüllt seien. Es gehe also nur um eine Qualitätssteigerung? Beides bejahte die Verwaltung. Zu den Containern meinte Reuter, diese hielten nicht ewig, deshalb sei der vorgeschlagene Umbau nachhaltiger.

 

Zuschuss für die Ringermatte?

 

Weiter erkundigte er sich, ob die Ringer allein die Matte auf der Empore finanzieren. Er habe nämlich gehört, es gäbe Fördermittel, sollte sich die Stadt an der Finanzierung der Matte beteiligen.  Nach seinen Informationen gehe es um 14.000 Euro LEADER-Mittel.

 

Fachbereichsleiterin Susanne Gwosch erwiderte, diese neue Information habe sie erst „in den letzten Stunden“ erreicht: „Wir suchen nach einer guten Lösung.“ Oberbürgermeisterin Eisenlohr ergänzte, die Verwaltung müsse noch verschiedene Dinge klären. Wegen der Haushaltskonsolidierung hatte der Rat beschlossen, im Rahmen der Vereinsförderung nur noch Investitionen in sicherheitsrelevante Dinge zu bewilligen. Deshalb müsse man mit den Vereinen reden.

 

Problematische Doppelnutzung

 

Ralf Rückert (Freie/Neue Liste und Vorsitzender des Stadtverbands für Sport) riet, gelassen auf das Thema Ringermatte zu schauen. Er fand die Doppelnutzung der Klassenzimmer für Unterricht und Betreuung problematisch. „Ein Klassenzimmer ist einfach ein Klassenzimmer.“ Daher sei er eigentlich für die Container-Variante. „Aber ich sehe auch die Haushaltssituation.“ Der Umbau brächte einen Mehrwert für das Gebäude. Auch sei offen, wie sich die Werkrealschule entwickle. Man habe sich im Rat lange ausgetauscht über die Mediathek, die zwei Klassenzimmer benötige. Auch hier fand Rückert die Doppelnutzung nicht gut.

Bei der Umnutzung des Physikraums mit einem fest installierten Lehrertisch könne er „nicht mitgehen“. Mit einem mobilen Tisch ließe sich der Raum, anders gestalten. Er forderte, die Pläne so schnell als möglich umzusetzen. Schließlich wollte Rückert wissen, ob wegen der zusätzlichen Nutzflächen auch mehr Parkplätze erforderlich wären.

 

Schnell umsetzen, was möglich ist

 

Alles, was ohne Baugenehmigung gemacht werden könne, werde die Stadt ganz schnell machen, so Eisenlohr. Den Vorschlag mit dem Lehrertisch werde man prüfen.

 

Hochbau-Abteilungsleiter Seif ergänzte, er sei mit der Baurechtsabteilung im Gespräch und werde Bauanträge so bald als möglich stellen. Der Umbau des Physikraums gehe rasch, weil keine Nutzungsänderung geplant sei. Das sei bei den anderen Räumen und der Empore anders.

Zur Parkplatzfrage sei vom Baurechtsamt „noch nichts gekommen“, so Seif. Man habe aber schon Möglichkeiten, solche auszuweisen. Eisenlohr betonte, bei der Umbauvariante sei das Parkplatzproblem besser zu lösen, weil keine Parkplätze wegfallen.

 

Konfliktträchtig

 

Tanja Witkowski (Sprecherin SPD-Buntspecht und geschäftsführende Schulleiterin) sah bei der Doppelnutzung Probleme, weil es viele Konflikte gebe, wenn die Kinder auf engem Raum zusammen seien. Die Lehrerinnen und Lehrer seien ständig gefordert, Konflikte zu lösen. Witkowski kritisierte, man habe vor vier Jahren die Containerlösung eigentlich beschlossen. Nun sei klar, die neuen Räume würden „definitiv nicht bis zum neuen Schuljahr“, sondern frühestens 2027/28 zur Verfügung stehen. „Wir versprechen das seit Jahren. Nichts ist passiert.“ Die Lösung mit den Matten auf der Empore sei nicht als echte Raumlösung anzusehen. Dort könnte eine Gruppe mal für eine Stunde sein, aber nicht den ganzen Nachmittag. Witkowski fand beim Umbau auch die Aufsichtspflicht problematisch, wenn die Räume über das gesamte Gebäude verteilt seien.

 

Unproblematisch sei dagegen, den Tonbrennofen in den Werkpavillon umzusetzen. Witkowski wollte schließlich wissen, wann die Umbauarbeiten fertig würden.

 

Eisenlohr wies darauf hin, dass schon einiges passiert sei, etwa die Einrichtung der Mensa im Foyer der Turn- und Festhalle, wodurch ein Raum frei geworden sei.

 

Ausschreibung erforderlich

 

Seif erläuterte, wegen eines Volumens von 200.000 Euro müsse man die Arbeiten ausschreiben. Es werde nicht alles gleichzeitig fertig. Der Physikraum könnte bis zum neuen Schuljahr oder den Herbstferien nutzbar sein. Bei den anderen Räumen müssten Umnutzungsanträge gestellt und genehmigt werden. Da werde es bis nächstes Jahr dauern. Eisenlohr allerdings hoffte, dass man wie bei der Sanierung der Halle auch direkt vergeben können. „Rechtskonform“, wie sie versichert.

 

Abteilungsleiterin Kerstin Flaig berichtete, von den sieben Gruppen der verlässlichen Grundschule hätten vier eigene Räume. Eine Gruppe sei in einem Klassenzimmer, eine in der Mediathek und eine in der Frühbetreuung untergebracht.

 

Die Empore sei nicht als Gruppenraum gedacht, sondern eher für die Mittagspause, damit die Kinder sich „auspowern“ können. Auf Wunsch von Witkowski kamen auch Vanessa Scheibner, sie koordiniert die Kindergärten für die Stadt Schramberg, und die stellvertretende Schulleiterin der GWRS Sulgen Pamela Trautwein zu Wort.

 

Ringermatte tolle Lösung

 

Scheibner sah das Konfliktpotenzial bei der Doppelbelegung. Auch wären die Kinder in der Freizeitphase wieder in der Schulsituation, wenn diese im Klassenzimmer stattfinde. Insofern wäre die Containerlösung eigentlich aus pädagogischer Sicht besser. Die Empore mit Matte sei bei schlechtem Wetter ein toller Ausweichraum.

 

Dem stimmte Konrektorin Trautwein zu. Wenn sich alle in der Pausenhalle tummelten, kämen die Kinder nicht zur Ruhe. Es gelte „nach müd kommt blöd“. Deshalb wäre ein Entzerren positiv.

 

Barbara Kunst (CDU) wies darauf hin, dass es auch bei der Containerlösung noch Doppelbelegungen gäbe, was Eisenlohr bestätigte.

 

Container am Kirchplatz verkaufen?

 

In der Vorlage ist auch vorgesehen, die Kindergarten-Container an der Kirchplatzschule zu verkaufen. Tanja Witkowski fragte weshalb. Bei der Sanierung des Gymnasiums würden doch wieder Container gebraucht.

 

Seif erläuterte, das Umsetzen der Container sei annähernd so teuer wie der Kauf neuer Module „Das lohnt sich kaum.“ Beim Gymnasium müsse man größer planen. Da sei eine Lösung aus einem Guss sinnvoller. Mit dem Abbau der Container beim Kindergarten Kirchplatz werde auch wieder Raum frei für den Kindergarten.

 

Lara Kiolbassa (SPD-Buntspecht) erkundigte sich nach der Entwicklung der Schülerzahlen und fragte, ob sich bei sinkenden Schülerzahlen auch die Zahl der Dopppelbelegungen reduziere. Außerdem wollte sie wissen, was der Umbau der Empore kosten werde.

 

Abteilungsleiterin Flaig geht bei der Grundschule von gleichbleibenden Zahlen aus. Bei der Werkrealschule könnten Räume frei werden. Seif schätzte, dass die Erhöhung der Absturzsicherung an der Empore etwa 60.000 Euro kosten werde. 

 

Der Ausschuss stimmte schließlich einstimmig für die Umbauvariante.

 

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