SPD unterstreicht Bedeutung der Stadtwerke

Veröffentlicht am 24.10.2008 in Veranstaltungen

Stadtwerke-Chef Peter Kälble führt die Besucher durch das Gebäude. Rechts auf dem Foto: SPD-Vorsitzender Mirko Witkowski

Schramberg (mp). Sehr viele interessierte Bürgerinnen und Bürger waren am Mittwoch, 22. Oktober, der Einladung des SPD-Ortsvereins zu einer öffentlichen Veranstaltung zur „Zukunft der Stadtwerke“ gefolgt. Der Ortsvereinsvorsitzende Mirko Witkowski freute sich sehr über das große Interesse. Aus seiner Sicht wäre es nämlich fahrlässig, die Grundversorgung der Bevölkerung mit Wasser, Strom und Gas allein den privaten Anbietern zu überlassen. „Ohne kommunale Energieversorger wäre die Bevölkerung den Oligopolen ausgeliefert“, zitierte er den Münchener SPD-Oberbürgermeister Christian Ude.

Nach einer Führung durch das Gebäude informierte Peter Kälble, der Geschäftsführer der Stadtwerke Schramberg, über die Geschichte, Struktur, die aktuellen Herausforderungen und die Lösungsstrategien der Stadtwerke.

Die Probleme, mit denen die des kommunalen Energieversorgers zu kämpfen haben, sind tatsächlich gravierend: Die Regulierung nimmt zu und schafft zusätzliche Kosten, der Wettbewerb, nicht zuletzt durch aggressiv auftretende Billiganbieter, wird schärfer und die Preise für den Bezug von Energie steigen. Dadurch sind geringere Renditen zu erwarten. So ist es kein Wunder, dass vor allem bei Gemeinden mit geringen Steuereinnahmen überlegt wird, diese Unternehmen zu verkaufen.

In Schramberg bestehen solche Pläne allerdings nicht, und Peter Kälble will alles daran setzen, dass die Stadtwerke „auch in zehn Jahren noch erfolgreich am Markt sind“. Für ihn genießen die Wahrung des kommunalen Einflusses auf die Energieversorgung und er Erhalt der Arbeitsplätze vor Ort eine hohe Priorität. Im größeren Maße selbst Energie zu erzeugen, ist seines Erachtens leider nicht möglich. Als Ausweg bieten sich allerdings die vertragliche Sicherung einer „virtuellen Kraftwerksscheibe“ und die Realisierung kleinerer Projekte im Fotovoltaik- und Wasserkraftbereich an. Außerdem werde man abgestimmte Beschaffungsstrategien verfolgen und versuchen, größere Einheiten mit dem gleichen Personal zu bewältigen. Als Beispiel führte er die Übernahme des Tennenbronner Stromnetzes an. Gleichzeitig machte er klar, dass sich die Schramberger Stadtwerke auf die Energieversorgung der Region konzentrieren wollen.

In der Diskussion ging es erwartungsgemäß auch um die Koppelung der Gaspreise an den Ölpreis. Die Chancen, diese seit den Sechzigerjahren bestehende Preisbindung aufzuheben, stehen nach Kälbles Auffassung im Augenblick nicht gut. „Die Abhängigkeit der EU-Staaten von den Gasanbietern nimmt dramatisch zu“, ist er überzeugt. Große Einigkeit bestand deshalb darin, dass eine dezentrale Energieversorgung, beispielsweise über Fotovoltaik- Wasser- und Windkraftanlagen, ein Zukunftsmodell sind. Und irgendwie schwang bei vielen Diskussionsbeiträgen die Hoffnung mit, dass die derzeitige Krise des freien Marktes die Möglichkeit bietet, die Macht der auch auf dem Energiesektor aktiven Spekulanten, der Heuschrecken, zu brechen.

 

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