Arbeitskreises „präventive Familien- und Jugendhilfe" legt Ergebnisse vor

Veröffentlicht am 06.10.2008 in Veranstaltungen

Schramberg (rem). „Die Aufgabe präventiven Denkens und Handeln in der Jugendhilfe ist es, Hilfsangebote nicht erst dann zu machen, wenn eine problematische Situation entstanden ist.“
Diesem Grundgedanken folgend wurden beim Treffen des Arbeitskreises nach der Begrüßung durch Peter Schimak vom turnusgemäß einladenden Kinderschutzbund beispielhaft 7 in Planung befindliche oder schon erprobte Konzepte vorgestellt. Angestoßen wurde der Arbeitskreis durch die SPD-Gemeinderatesfraktion, die sich in der Leitung nun mit dem Kinderschutzbund und der Arbeiterwohlfahrt abwechselt.

Anne-Marie Beaurier-Storz erläuterte das „Schramberger Willkommensbuch“, das der Kinderschutzbund OV Schramberg erstellt. Es ist für alle Familien, in denen ein Kind auf die Welt gekommen ist und enthält wichtige Informationen z.B. über wirtschaftliche Hilfen, Entwicklung und Gesundheit des Kindes, Beratungs- und Betreuungsangebote usw. In Kooperation mit Stadt und Jugendamt soll es von geschulten Ehrenamtlichen allen Familien in einem Besuch überreicht werden. Es soll als „Türöffner“ fungieren, mit dem Ziel Familien diskriminierungsfrei Hilfestellung anzubieten und dieses Angebot schon mit einem Gesicht verbunden ist.

Als Beispiel einer wirtschaftlichen Hilfe stellte Renate Much (SPD-Stadträtin)den von der SPD-Gemeinderatsfraktion beantragten Schramberger Familienpass vor. Er soll Kindern aus Familien, die über ein nachweislich geringes Einkommen verfügen oder auf Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts angewiesen sind, den Zugang zu Freizeitangeboten wie Musikschule, Veranstaltungen des Theaterrings, Schwimmbädern, Vereinsmitgliedschaften öffnen. Frau Saurer vom Juks unterstrich, dass der Familienpass auch ein Anliegen aus den Bürgerforen war und zur Zeit geprüft werde, ob alle Familien diese Vergünstigungen erhalten können.

Al s Antwort auf eine Bitte aus dem letzten Arbeitskreis bot Herr Stieber, Rektor der Wittum-Schule den Erzieherinnen der Schramberger Kindergärten 2 Veranstaltungen an, in denen das System der Frühförderung von ihm und Michael Kasper und der Erziehungsberatungsstelle vorgestellt wird. Das Angebot der Dienstleistungen soll deutlich gemacht werden und den Erzieherinnen gezeigt werden, wie sie mit Auffälligkeiten umgehen können. Ein Anhängen dieses Themas an die Fortbildung im Rahmen von Quobile wurde diskutiert.

Michael Kasper zeigte auf, wie durch die Kooperation der Peter-Meyer-Schule- Schule mit den Berufsschulen vielen der Schüler ein erfolgreicher Übergang in das Berufsleben ein Hauptschulabschluss und ermöglicht wird. Nach der 8. Klasse gehen die Schüler in die Kooperationsklasse 1, die unter der Regie der Peter-Meyer-Schule geführt wird, deren Unterricht aber auch an der Berufsschule stattfindet. Die Kooperationsklasse 2 ist gleichzeitig Berufsvorbereitungsjahr an der Berufsschule, mit Unterricht auch durch die bisherigen Lehrer der P.M.Schule. Alle Schüler dieser Kooperationsklasse schafften den Hauptschulabschluss.

Hier weiterführend berichtete Wolfgang Clemens, Jugendberufshelfer und Sozialarbeiter aus dem Arbeitsfeld der Jugendberufshilfe. Er ist angesiedelt an der Friedrich-Ebert-Schule und betreut Schüler des BEJ (Berufserkundungsjahr), des BVJ, der Kooperationsklassen, sowie der 1-jährigen Berufsfachschule Hauswirtschaft bei der Berufsfindung. Er arbeitet eng mit den Lehrern zusammen, sucht mit der Berufsberatung zusammen nach Berufen, die für den Schüler passen, vermittelt Praktika, schreibt mit den Schülern die Bewerbungen Durch intensive Kontakte und Unterstützung konnten 2/3 der Schüler z.B. in Ausbildung oder Jahrespraktika gebracht werden.
Träger der Jugendberufshilfe ist: „Lernen-Fördern-Arbeiten“, das vom europäischen Sozialfond und dem Landkreis finanziert wird. Seit 1. September ist er auch mit 50% als Sozialarbeiter an der FES angesiedelt, ebenfalls finanziert durch den Landkreis (stimmt das so?)

Zuständig für die Schüler, die im Jugendberufsschulsystem hängenbleiben (z.B. Schulverweigerer, Schüler mit Lernbehinderungen und –auffälligkeiten) zeigte Udo Neudeck, Rektor der Sonderberufsschule Stiftung St. Franziskus die Möglichkeiten des Unterrichts an seiner Schule auf. In sehr kleinen Klassen und durch den Zugriff auf stiftungseigene Handwerksbetriebe könne sehr individuell auf die einzelnen Schüler eingegangen werden. Seine Schule ist zuständig für den Landkreis Rottweil und Tuttlingen und kooperiert mit den entspr. Arbeitsämtern.

Seine primäre Aufgabe so Reiner Urner, Jugendbeauftragter der Kriminalpolizei sei zwar die Bearbeitung von Straftaten, bei denen die Täter oder Opfer jünger als 21 Jahre sind, doch könnten er und sein Kollege Werner Kaufmann Präventionsprogramme für Schulen bieten: z.B. im Grundschulbereich zu den Themen: Recht und Unrecht, Gewalt, Eigentumsdelikte. In den weiterführenden Schulen wären dies z.B. Ladendiebstahl, körperliche, seelische Gewalt und der Bereich Alkohol und Jugendschutz. Auch für den Kindergartenbereich bestehen Angebote. Im Umgang mit auffällig gewordenen Jugendlichen besteht ein enger Kontakt zum Jugendamt; bei allen Straftaten von Kindern und Jugendlichen erfolgt z.B. generell ein Bericht ans Jugendamt. auch zu den Schulen und zum Juks ist der Draht kurz.

In der anschließenden Diskussion wurden neue Themenwünsche angesprochen, z.B. den besseren Kontakt von Kinderarzt zu Frühförderung und Psychologe und die mangelnde Vernetzung mit Psychiatrie. Auch soll weiter über angestoßene Maßnahmen berichtet werden.
Herr Hamann vom Kreisjugendamt hatte im Vorfeld mitgeteilt, dass er sich nicht als Mitglied des Arbeitskreises sehe, aber gern bei Bedarf zu den Treffen dazu komme.

Das nächste Arbeitskreistreffen findet am 11. März 2009 statt. Einladen hierzu wird die AWO.

 

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