Das Vorstandsteam der Schramberger SPD. Foto: Zinell
Schramberg. 07.04.2026 - Zur diesjährigen Jahreshauptversammlung des SPD-Ortsvereins im Gasthaus „Zum Stammhaus 1888“ konnte der Vorsitzende Mirko Witkowski zahlreiche Mitglieder begrüßen. Im Zentrum der Versammlung standen der Rückblick auf ein ereignisreiches Geschäftsjahr sowie der Blick auf die Weichenstellungen für die politische Arbeit in Schramberg.
Zunächst wurde der seit der letzten Hauptversammlung verstorbenen Genossinnen und Genossen gedacht. Die Anwesenden erhoben sich für Rudolf Burkhard, Walter Börner und Peter Kopp.
In seinem Rechenschaftsbericht blickte Mirko Witkowski auf eine dichte Abfolge von Terminen seit der letzten Versammlung im Juli 2025 zurück. Besonders erwähnte er das hervorragende Klima innerhalb des Vorstands. Ein Seminar zum Konfliktmanagement habe ihm einmal mehr bestätigt: „Wir sind eine wunderbare Truppe mit einer hervorragenden Diskussionskultur.“
Dieses Gemeinschaftsgefühl spiegelte sich auch in den Aktivitäten wider. Von der Bildungsreise nach Erfurt, die von Ute Graf exzellent organisiert wurde, über eine gelungene Weihnachtsfeier, bis hin zur Erstellung des beliebten „SPD-Blättle“ waren die Beteiligten motiviert dabei. Erfreut zeigte sich Witkowski auch darüber, dass, Sebastian Haischt dem Ortsverein Schramberg trotz eines Wohnortwechsels erhalten bleibt. Die Versammlung beschloss einstimmig, ihn weiterhin einzubinden. Haischt wird zudem im SPD-Kreisverband Rottweil als Nachfolger von Elke Ringl-Klank für das Amt des Schriftführers kandidieren, während diese künftig als Beisitzerin im Kreisvorstand fungieren möchte.
Witkowski umriss die vielfältige inhaltliche Arbeit der letzten Monate. Unter anderem verabschiedete der Ortsverein eine Resolution zur Unterstützung afghanischer Hilfskräfte, die an die Bundes- und Landesebene der Partei versandt wurde. In der aktuellen Stunde, die jeweils der Vorstandssitzung vorausgeht, werden aktuelle Themen diskutiert und beleuchtet. Dieser informelle Austausch wird von den Genossinnen und Genossen als sehr bereichernd geschätzt. Kritische Worte fand Witkowski für den knappen Besuch des Spitzenkandidaten Andreas Stoch in der Region, dieser würdige den hohen Einsatz der Basis nur unzureichend. Für die terminliche Verschiebung des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus zeigte er kein Verständnis und bezeichnete diese als „unangemessen“.
Mit Blick auf die vergangenen Wochen hob Witkowski die enorme Präsenz im Landtagswahlkampf hervor. An mehreren Samstagen im Februar zeigten die Mitglieder an Infoständen in der Talstadt und auf dem Sulgen (Edeka) Flagge. „Zwei Infostände gleichzeitig zu besetzen, ist eine beachtliche Leistung für unseren Ortsverein“, so der Vorsitzende. Unser Kandidat für den Landtag, Ali Zarabi, konnte sich auf den Ortsverein verlassen.
Gemeinderat
Im Anschluss referierte Tanja Witkowski in ihrer Eigenschaft als Vorsitzende der SPD-Buntspecht- Fraktion aus der Arbeit im Gemeinderat. In einer engagierten und zugleich nachdenklichen Rückschau auf das vergangene Ratsjahr zog die SPD-Fraktionsvorsitzende Bilanz über die Kommunalpolitik in Schramberg. Angesichts massiver finanzieller Herausforderungen und eines schwindenden Handlungsspielraums betonte sie, dass es derzeit weniger um „Wunschlisten“, als um die Sicherung eines genehmigungsfähigen Haushalts gehe.
Trotz der Haushaltskonsolidierung setzt die SPD klare Prioritäten im Bereich Bildung. Mit massiven Investitionen in das Gymnasium und den Schulcampus bereitet die Stadt den Boden für die Zukunft. Die Fraktion unterstrich dabei die Notwendigkeit energetischer Sanierungen und inklusiver Beschulung. Ebenso begrüßte die SPD die Eröffnung der Kitas Kirchplatz und Don Bosco sowie den notwendigen Anschluss der Kläranlage Tennenbronn an das Schramberger Netz.
Kritisch äußerte sich die Fraktionsvorsitzende zur Umbenennung des Fachbereichs „Kultur und Soziales“ und dem „Verschwinden“ der Servicestelle Soziales in der Verwaltung. Die SPD fordert hier Transparenz über die künftige Ausrichtung sozialer Themen. Besonders schmerzhaft sei das „Aus“ für das Ein-Euro-Ticket zum Januar 2026, gegen das die SPD massiv, aber letztlich erfolglos gekämpft hatte. Die Fraktion kündigte an, sich bei einer Verbesserung der Finanzlage sofort für eine Wiedereinführung einzusetzen.
Um die Verwaltung effizienter aufzustellen, schlägt die SPD innovative Wege vor: So beispielsweise bei der Digitalisierung, den Einsatz von KI und Chatbots im Bauamt zur Beschleunigung von Genehmigungsverfahren. Im Bereich Wirtschaft die Entwicklung einer gezielten Einnahmestrategie und Förderung von Start-ups, sowie die Einführung einer dialogischen Bürgerbeteiligung bei weiteren Konsolidierungsschritten, um Akzeptanz und Transparenz zu schaffen.
Mit Blick auf den oft rauen Ton in der Bevölkerung und im Rat positionierte sich die SPD klar für eine sachliche und respektvolle Diskussionskultur. Man lehne Populismus sowie rückschrittliche „dinosaurierartige“ Debatten – etwa gegen den Ausbau der Windkraft – entschieden ab. Trotz schmerzhafter Einschnitte stehe die Fraktion für eine Politik der Vernunft und sozialer Verantwortung.
Den Bericht des Vorsitzenden der Wählervereinigung UBL Ansgar Fehrenbach aus Lauterbach, verlas Renate Much in dessen Vertretung. Fehrenbach verwies auf positive Entwicklungen im Bereich Energieautarkie und Tourismus trotz angespannter Haushaltslage und politischer Turbulenzen.
Der Kreisrat Dr. Josef Günter berichtete als Vertreter der SPD Kreistagsfraktion von der eindeutigen Wahl des neuen Landrates Christoph Keckeisen der von sich sagt, er möchte einer „Ermöglichungsbehörde“ vorstehen und damit große Erwartungen weckt. Wichtige Themen im Kreisrat sind derzeit die angespannte Haushaltssituation da der Neubau des Landratsamtes zu großer Verschuldung zwingt. Die ärztliche Versorgung ist ein weiterer Brennpunkt, Günter kritisierte die Arbeit der kassenärztlichen Vereinigung, die wenig hilfreich sei.
Kassierer Philipp Mauch wurde nach seinem Rechenschaftsbericht auf Empfehlung der Revisoren Michael Portzelt und Elke Ringl-Klank, die ihm eine einwandfreie Kassenführung bescheinigten, einstimmig entlastet.
Für die Arbeitsgemeinschaft der sozialdemokratischen Rentnerwanderer berichtete Werner Klank über erfreuliche Teilnehmerzahlen, die immer gerne bei den regelmäßigen und gut geplanten Touren dabei seien. Wichtig sei auch die gemeinsame Einkehr im Nachgang.
Die Aktivitäten der SPD Frauen wurden von Lisa Klank, die nicht dabei sein konnte, zusammengefasst und von Petra Röcker verlesen. Die Mitarbeit der beiden Vertreterinnen im Frauenbeirat der Stadt Schramberg ermöglicht die aktive Einflussnahme auf die Arbeit für Frauen und Mädchen. Zentrales Projekt des Frauenbeirates war die Rote Schuh Aktion auf dem Platz neben dem Rathaus. Öffentlichkeitswirksam wurde auf die hohe Zahl von Femiziden aufmerksam gemacht. Auch am 8. März, dem internationalen Frauentag zeigten, die SPD-Frauen im Frauenbeirat, parallel zur Ausstellungseröffnung der Künstlerin Anne Hess, Präsents im Schloss. Die Stärkung von Frauen und Mädchen bleibt weiterhin ein zentrales Anliegen der politischen Arbeit.
Für die Jusos berichtete Sebastion Haischt, dass die vergangenen Monate der Landtagswahl und der Unterstützung von Ali Zarabi geprägt waren. Die Juso Hauptversammlung stehe im April an.
Wahlen
Bei der turnusmäßigen Wahl wurden die beiden stellvertretenden Vorsitzenden Renate Much und Ali Zarabi in ihren Ämtern bestätig und Petra Röcker für weitere zwei Jahre als Pressereferentin wiedergewählt. Als Beisitzer wurden in den Vorstand gewählt: Giuseppe Agosta, Ibrahim Er, Sebastian Haischt, Lisa Klank, Werner Klank, Martin Klaussner, Nildo Martocciai, Guido Neudeck, Dirk Nyitra, Benedikt Sczuka, und Jan Witkowski; Als Delegierte für die Kreisdelegiertenkonferenz wurden gewählt: Mirko Witkowski, Tanja Witkowski, Ali Zarabi, Ekle Ringl-Klank, Benedikt Sczuka und Sebastian Haischt.
Die anstehenden Ehrungen werden im gesonderten Rahmen vorgenommen.
Mit einem Überblick weitere Termine und Aktivitäten und dem Dank an alle Beteiligten beendetet der Vorsitzende Mirko Witkowski die Vollversammlung.