Offenhaltung der Landschaft Ziel des Stadtentwicklungsplanes: SPD/Buntspecht-Fraktion informiert sich vor Ort

Veröffentlicht am 10.11.2010 in Fraktion

Michael Kammergruber und Susanne Kopf erläutern der Fraktionsgemeinschaft SPD/Buntspecht das Freimachungskonzept.

Schramberg (him). Betrachtet man alte Stadtpläne aus dem 19. Jahrhundert, kann man leicht feststellen, dass die Waldgrenze rings um die Talstadt wesentlich höher lag. Viele Gärten und Felder zogen sich den Hang hinauf. Erst nach dem zweiten Weltkrieg sind viele Gärten nicht mehr bewirtschaftet worden und drang der Wald weiter nach unten ins Tal. „Es war uns schon lange klar, dass man da etwas machen muss“, so Michael Kammergruber von der Stadtverwaltung bei einer gemeinsamen Begehung mit der SPD/Buntspecht-Fraktionsgemeinschaft.

Das Zurückdrängen des Waldes hat man sich im Rahmen des Stadtentwicklungsplanes 2020 zum Ziel gesetzt. Dadurch erhofft man sich ein besseres Klima in der Talstadt, aber auch mehr Licht und Sonnenschein. Insgesamt eine Fläche von 70 Hektar wird derzeit wieder zu Weideflächen umgewandelt. „Wir nutzen dies als Kompensationsflächen etwa für das Industriegebiet auf dem Lienberg“, so Kammergruber.

Bei einer Rundfahrt zu den verschiedenen Flächen erläuterten Kammergruber und Susanne Kopf vom Landschaftsentwicklungsverband, an welchen Stellen welche Maßnahmen geplant sind. Entlang der Lauterbacher Straße und des Lauterbaches möchte man einen etwa 50 Meter breiten Streifen freimachen In diesem Jahr hat man beim Schwimmbad und beim Berneckbad intensiv gearbeitet, um Büsche und Bäume zurückzudrängen. „Am Kirnbach wollen wir die Fichte herausnehmen und wieder einen natürlichen Galeriewald hinbekommen“, erläutert Kammergruber. Am Vogtsbächle ist eine lichte Schneise bis hinauf zum Sulgen entstanden, indem die Fichten aus dem Wald gefällt und nur die Laubbäume stehen gelassen wurden. Auch oberhalb des Hagenwinkels sind große Grundstücke inzwischen wieder frei gemacht worden.

Die Flächen werden zunächst mit Ziegen beweidet, da diese besonders die Büsche dezimieren. Wenn sich dann ein weideähnlicher Zustand nach einigen Jahren entwickelt hat, können auch Schafe eingesetzt werden. Bei den Ziegen sei es im vergangenen Sommer gelegentlich zu Problemen gekommen: Weil die einzelnen Flächen noch recht klein waren, gab es mit den Zäunen teilweise Schwierigkeiten und weil die Ziegen recht gescheit sind, haben sie schon mal das Weite gesucht, so Susanne Kopf. Auch müsse man in manchen Grundstücken Ziegenböcke einsetzen, weil sich Ziegendamen bei zu vielen stacheligen Büschen die Euter verletzten. „Und Böcke stinken nun mal…!“ Um diesem Problem Herr zu werden, baue man die Unterstände möglichst weit von den Häusern weg. Nach und nach erhalte man auch größere zusammenhängende Flächen, dann können feste Zäune installiert werden und das Geruchsproblem besser angegangen werden.

Die Kosten für die Beweidung halten sich in Grenzen. Im Haushaltsplan sind 40.000 Euro für das Freimachen der Flächen vorgesehen. Dazu kommen Kosten im Rahmen der Pflege der Ökokontenflächen. Dank der derzeit sehr niedrigen Grundstückspreise könne die Stadt für wenig Geld viele weiterer Flächen erwerben und zu größeren Parzellen zusammenfügen.

Im Vergleich zu anderen Städten und Gemeinden sei Schramberg vorbildlich, es gäbe keine Projekte vergleichbarer Größe im Land. „Ich halte es für sehr sinnvoll über solche Flächen Ökokonto-Ausgleiche zu schaffen.“ Beeindruckt von der Arbeit bedankte sich die Fraktionsgemeinschaft für die Führung und die Erläuterungen und versprach, sich im Gemeinderat weiter für das Offenhaltungsprojekt einzusetzen.

 

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