"Der gute Geist im Hintergrund"

Veröffentlicht am 09.04.2010 in Arbeitsgemeinschaften
 

Esther Strube

Schramberg (hk). Esther Strube aus Furtwangen liest aus ihrem Buch "Der gute Geist im Hintergrund" am Freitag, 16. April 2010. Beginn ist um 19.30 Uhr in der Mediathek in Schramberg. Fundiert erzählt die Furtwanger Autorin und engagierte Sozialdemokratin in ihrem Buch mit dem hintersinnigen Titel "Der gute Geist im Hintergrund" die Geschichte von Frauen im Oberen Bregtal.

Aus einer Fülle von Quellen hat sie zusammengetragen, was sie an Alltäglichem und Besonderem gefunden hat. Der Bogen reicht vom Mittelalter über den Hexenwahn bis hin zur Zeit der Fabrik- und Heimarbeiterinnen vor und nach den beiden Weltkriegen. Beeindruckend sind die Passagen über die Geschichte der vermeintlichen Furtwanger Hexen, die auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurden. Esther Strube nennt ihre Namen und zeichnet ihre Schicksale nach. Damit haucht sie der sonst so abstrakten Geschichte Leben ein. Das gelingt ihr auch, wenn sie über Strohflechterinnen und Uhrmacherinnen schreibt ebenso wie über Bürgersfrauen. Die mutige Autorin verschweigt auch nicht die Misshandlung von Zwangsarbeiterinnen in einem Lager bei Furtwangen während der NS-Zeit.

In ihrem kleinen Buch entlarvt die 78-Jährige die letzten Jahrhunderte der Geschichte im Schwarzwald als durchweg männergeprägt und stellt engagiert und unterhaltsam die weibliche Sicht hinzu.

Esther Strube weiß, wovon sie spricht. Aus finanziellen Gründen musste sie nach dem Krieg das Pädagogium in Lahr abbrechen und begann 1949 als Hilfsarbeiterin in Uhrenfabriken. Während ihrer Familienphase war sie freie Mitarbeiterin bei einer Tageszeitung und unternahm erste Schreibversuche auch in alemannischer Mundart. Nach Weiterbildung in Fernkursen wurde sie 1970 Werksredakteurin in der Spielwarenfabrik Faller in Gütenbach. Ab Herbst 1973 war sie fast 20 Jahre lang Bibliotheksleiterin der Fachhochschule in Furtwangen.

Die Volkshochschule, die Mediathek und die Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen in Schramberg haben die Autorin gemeinsam eingeladen, zum Einen, weil es nur wenig historische Darstellungen aus Frauensicht gibt, zum Anderen weil sich in Esther Strubes Buch viele Parallelen zur Schramberger Geschichte finden.

Die Lesung findet Freitag, 16. April 2010, im Lesecafe der Mediathek statt und beginnt um 19.30 Uhr.

 
 

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