Wachsende Aufgaben und Fachkräftemangel beschäftigen Schramberg

Veröffentlicht am 05.04.2023 in MdB und MdL
 

Hannes Herrmann (von links), Mirko Witkowski, MdB Derya Türk-Nachbaur und OB Dorothee Eisenlohr.

Schramberger Oberbürgemeisterin Dorothee Eisenlohr im Gespräch mit der Bundestagsabgeordneten Derya Türk-Nachbaur

Ankommende Flüchtlinge und Kitabetreuung, in Schramberg nehmen die Aufgaben der Stadt spürbar zu. Das berichtete die Schramberger Oberbürgermeisterin Dorothee Eisenlohr der SPD-Bundestagsabgeordneten Derya Türk-Nachbaur, die für ihre Fraktion auch den Wahlkreis Rottweil-Tuttlingen mitbetreut. So werde der Zustrom von Geflüchteten aus organisatorischen Gründen zunehmend herausfordernder. Noch miete Schramberg Wohnungen für die Ankommenden dezentral an, allerdings sei das dauerhaft nicht mehr aufrechtzuerhalten. Integrationsunterstützung werde zur Daueraufgabe. Vor großen Aufgaben stehe die Stadt auch bei der Kinderbetreuung, wie Eisenlohr berichtete. So merke man aktuell den Investitionsstau deutlich. "Der Zustand unserer Schulen und Kitas ist wie in vielen anderen Kommunen auch teilweise prekär. Hier sind dringende Sanierungsmaßnahmen notwendig", berichtete die Oberbürgermeisterin.

 

Fachkräftemangel als Herausforderung für die Kommunen

 

Problematisch sieht Eisenlohr angesichts der wachsenden Aufgaben den Fachkräftemangel. "Gerade in der Verwaltung und dort insbesondere im Hochbau merken wir, dass Fachkräfte fehlen. Das erschwert die Bearbeitung mancher Projekte merklich." Doch auch in der Kitabetreuung fehle es an Fachpersonal. "Der Arbeitskräftemangel wirkt sich schon jetzt auf unsere Dienstleistungen für die Bürgerinnen und Bürgern aus, wir versuchen aber soweit möglich Engpässe zu kompensieren", ergänzte die Oberbürgermeisterin. Dass Fachkräfte dabei nicht nur bei der Stadt fehlten, merke man jedoch auch in anderen Bereichen der Nahversorgung in Schramberg. "Für unseren Stadtteil Tennenbronn suchen wir händeringend jemanden, der eine Allgemeinarztpraxis führt," erklärte Eisenlohr.

 

Migration als wichtiges Instrument für den Arbeitsmarkt

 

Einig waren sich Eisenlohr und Türk-Nachbaur daher, dass Fachkräfteeinwanderung ein wichtiges Instrument gegen den Fachkräftemangel ist. "Vielen Menschen scheint noch nicht klar zu sein, wie groß der Fachkräftemangel ist und welche Folgen drohen, wenn wir unsere Einwanderungspolitik nicht grundlegend modernisieren", stellte Türk-Nachbaur klar. Hier erhoffe sie sich insbesondere vom angekündigten Fachkräfteeinwanderungsgesetz Entlastung für die Region. "Mit dem neuen Gesetz erleichtern wir ausländischen Fachkräften den Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt", so die Abgeordnete. Künftig müsse bei nicht-reglementierten Berufen, worunter alle Abschlüsse der Dualen Ausbildung zählten, ausländische Abschlüsse nicht mehr erst anerkannt werden, wenn ausreichend Berufserfahrung nachgewiesen werden könne. "Ein ausländischer IT-Systemadministrator mit 20 Jahren Berufserfahrung, weiß was er tut, auch wenn er keine Ausbildung äquivalent zum deutschen Ausbildungssystem genossen hat", betonte Türk-Nachbaur.

 

Thema des Gesprächs war auch die Talumfahrung. "Inzwischen hat das Regierungspräsidium die Vorplanung vergeben,“ erläuterte Eisenlohr. Es sei sehr wichtig, dass das Projekt vorankomme, da die Umfahrung angesichts der starken Verkehrsbelastung für Schramberg und seine künftige Entwicklung gebraucht werde.

 
 

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