Thomas Herzog (von links) stand auf Einladung von Mirko Witkowski Rede und Antwort. Schramberg (mp). Einen informativen Abend erlebten nicht nur die Mitglieder von SPD, Buntspecht, ÖDP und Freien Wählern sondern auch Oberbürgermeisterkandidat Thomas Herzog selbst, mit dem man sich am Dienstagabend zu einem Gespräch getroffen hatte. Es wurden nicht nur Fragen an den Kandidaten gestellt sondern es kam auch zu sehr lebendigen Diskussionen zwischen den Gesprächsteilnehmern. Diskussionsleiter Mirko Witkowski, Vorsitzender des SPD-Ortsvereins, ließ solche Gesprächsphasen ganz bewusst zu, es gelang ihm aber immer wieder, zum eigentlichen Anlass des Abends zurückzuführen, nämlich den Kandidaten nach seinen Vorstellungen zu befragen.
Thomas Herzog, der sehr genau zuhörte, hatte auf diese Art Gelegenheit, zu erfahren, wo politisch und sozial engagierte Bürgerinnen und Bürger der Schuh drückt. Er selbst hatte bei seiner kurzen Vorstellung bereits zwei Schwerpunkte genannt, nämlich Bürgerschaftliches Engagement und Jugendpolitik. Auf eine Aussage, die immer wieder einmal auftauchte, reagierte er allerdings allergisch, nämlich auf die, Schramberg sei eine sterbende Stadt. Das sei mit Sicherheit nicht der Fall, betonte er wiederholt, dieser Stimmung entgegenzuwirken sei vielmehr seine persönliche Motivation gewesen, sich für das Amt des Bürgermeisters zu bewerben. Natürlich, so ergänzte er, gebe es Möglichkeiten, die Stadt besser nach außen darzustellen. In diesem Zusammenhang sei es kontraproduktiv, wandte Martin Himmelheber ein, dass es in Schramberg viele schmuddelige Ecken gebe. Josef Uhl ist der nicht gerade attraktive Ortseingang aus Richtung Schiltach ein Dorn im Auge.
Über die Frage, inwieweit eine intensive Information die Beteiligung von mehr Bürgern bewirken könne, gab es durchaus unterschiedliche Auffassungen. Herzog will durch eine frühzeitige Einbindung der Bürger in Entscheidungen, möglichst vielen öffentlichen Gemeinderatssitzungen, einem in städtischer Regie geführten Stadtjournal und die gezielte Einbindung des Internets - Stichwort Twittern - einiges erreichen. Udo Neudeck äußerte aufgrund langjähriger Erfahrung in der Kommunalpolitik Zweifel daran, ob man mit zusätzlichen Angeboten „Heerscharen von Wutbürgern hinter dem Ofen hervorholen“ könne.
Bürgerschaftliches Engagement ist dem Kandidaten wichtig, auch in der Diskussion spielte es eine große Rolle. Fragen, wie engagierte Bürgerinnen und Bürger gewonnen werden können, der Aufbau einer Anerkennungskultur, die Idee einen „Tag des Ehrenamtes“ zu initiieren, wurden intensiv besprochen. Joachim Erdmann warnt aber auch davor, Ehrenamt als Sparstrumpf der Stadt zu missbrauchen.
Die Förderung der Kunst, das Problem fehlender Geschäfte in der südlichen Talstadt, die stadtinterne Busverbindung, die Gestaltung des Sulgener Kirchplatzes und Möglichkeiten, etwas für die Jugend zu tun, waren ebenfalls intensiv diskutierte Themen. Thomas Herzog zeigte sich für viele Anregungen offen, betonte aber, dass Haushaltskonsolidierung für ihn oberste Priorität besitze. Viele seiner Antworten fielen knapp aus, schließlich, betonte er, habe er in der kurzen Zeit nicht die Möglichkeit gehabt, für jedes Problem ein fertiges Konzept zu entwickeln. Es bleibt jedem Einzelnen überlassen, ob er das als Zeichen mangelnder Professionalität wertet oder als erfreuliches Abweichen von der nicht seltenen Angewohnheit, zu allem etwas zu sagen, egal ob man eine Ahnung hat.