Fraktionsgemeinschaft schreibt an Landrat und Kreisräte

Veröffentlicht am 11.07.2010 in Fraktion

Fraktionsvorsitzender Hans Jörg Fahrner

Schramberg (wit). Die Fraktionsgemeinschaft SPD-Buntspecht im Schramberger Gemeinderat setzt sich intensiv für den erhalt des Schramberger Krankenhauses ein. In einem vom Fraktionsvorsitzenden Hans Jörg Fahrner unterschriebenen Brief wendet sich die Fratkion an den Landrat und die Kreisräte. Hier das Schreiben im Wortlaut:

„Das Ergebnis des Bieterwettbewerbs zur Neuordnung des Krankenhauswesens im Landkreis Rottweil liegt Ihnen zur Entscheidung vor. Sie werden verstehen, dass uns Konzepte, die die Schließung des Krankenhausstandorts Schramberg oder die Herabstufung in eine Portalklinik zum Ziel haben, mit großer Sorge erfüllen. Der bestehende Kreistagbeschluss zum Erhalt der drei Krankenhäuser im Landkreis unter dem Dach eines Trägers wird dadurch unterlaufen bzw. völlig ignoriert.

Die angespannte finanzielle Situation als Folge lange ignorierter struktureller Probleme zwingen Sie zum Handeln. Die stationäre Krankenversorgung allein unter fiskalischen Gesichtspunkten regeln zu wollen, mag zwar kurzfristig zur finanziellen Entlastung beitragen. Damit nehmen Sie jedoch in Kauf, dass zukünftig der große Einzugsbereich des Kreiskrankenhauses Schramberg in der Krankenversorgung erheblich schlechter gestellt wird, als die übrigen Einzugsbereiche des Landkreises.

Betroffen ist ca. ein Drittel der Landkreisbevölkerung. Der für die politisch verantwortliche Arbeit maßgebliche Gleichbehandlungsgrundsatz würde aus wirtschaftlichen Erwägungen außer Acht gesetzt.

Die gesellschaftlichen Veränderungen, die eine immer älter werdende und u.a. mit Mobilitätsverlusten belastete Bevölkerung mit sich bringen, dürfen bei Ihrer Entscheidung nicht vernachlässigt werden. Eine wohnortnahe stationäre Krankenversorgung ist deshalb unerlässlich und zukünftig noch wichtiger als bereits heute. Diese erfordert nicht vorrangig Investitionen in Krankenzimmer mit Hotelstandard, bei gleichzeitigem Personalabbau, sondern eine leistungsfähige medizinische Versorgung, die sich an den Bedürfnissen der Patienten ausrichtet.

Eine Reduzierung auf eine Portalklinik stellt keinen Ersatz für die anerkannten medizinischen Fachabteilungen am Krankenhausstandort Schramberg dar.

Vielmehr muss befürchtet werden, dass sie als Übergang für eine spätere Schließung herhalten soll. Die Ausstattung mit qualifizierten Fachärzten und medizinischem Fachpersonal ist bereits heute schwierig. Die bestehende hochwertige medizinische Versorgung wird durch eine Portalklinik in der Kenntnis zerschlagen, die fachkompetente Behandlung und Pflege auf ein Minimum zu beschränken. Welche Fachärzte und welches medizinische Fachpersonal würden unter diesen Bedingungen eine stationäre Krankenversorgung garantieren können, die diese Bezeichnung noch verdient?

Für den akuten Notfall ist eine mindestens 24 Stunden-Notfallversorgung zu garantieren. Eine weitere Benachteiligung der Notfallversorgung, bei der jede Minute Wegstrecke über das Schicksal des Patienten entscheidet, kann nicht hingenommen werden.

Eine Portalklinik kann diese Notfallversorgung speziell im operativen Bereich nicht bieten, da nach unserer Kenntnis keine chirurgischen Betten mehr vorgesehen sind. Konzepte, die den Verlust von ca. 200 Arbeitsplätzen an den drei Krankenhausstandorten zur Folge haben, verschlechtern zwangsläufig die wohnortnahe Patientenversorgung.

Deshalb ist ein Krankenhausbetreiber, der im Nachbarkreis erfolgreich eine Herzklinik führt und als Anbieter eine Beschäftigungsgarantie über einen mittelfristigen Zeitraum abzugeben bereit ist, anderen Bietern vorzuziehen.

Die Vorschläge und Konzepte, die aus dem Bieterwettbewerb zur Entscheidung vorliegen, sind am Erhalt der medizinischen Leistungen zu messen und nicht an deren fiskalisch begründetem Abbau. Im Kostenvergleich müssen alle beim Kreis verbleibenden Kosten berücksichtigt werden. Bei der Abwägung bitten wir Sie zu berücksichtigen, dass dem Abbau der stationären Krankenversorgung erfahrungsgemäß die Ausdünnung der ambulanten ärztlichen Versorgung und der damit verbundenen Dienstleistungen folgen.

Die kommunalen Standortnachteile, die bei einer Schließung des Kreiskrankenhauses in Schramberg oder bei der Herabstufung zur Portalklinik zu erwarten sind, können nicht im Interesse einer verantwortlichen Politik für den gesamten Kreis sein.

Wir appellieren deshalb an Sie, die durch den Bieterwettbewerb eröffneten Chancen zu ergreifen und sich bei Ihrer Entscheidung allein davon leiten zu lassen, eine für alle Kreisbewohner zukunftsfähige Krankenhausversorgung zu sichern.

Für Ihre Unterstützung danken wir Ihnen.

Hans Jörg Fahrner Fraktionssprecher“

 

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