Arbeitskreis „Präventive Familien- und Jugendhilfe“: Inklusion – Ansätze in der Praxis

Veröffentlicht am 24.03.2014 in Fraktion

Hans Jörg Fahrner.

Schramberg-Sulgen (rm). Vor fünf Jahren unterzeichnete die Bundesregierung die UN-Menschenrechtskonvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen. Seither ist Deutschland verpflichtet, alles zu unternehmen, um Behinderten ein gleichberechtigtes Leben in Deutschland zu ermöglichen. Das als Inklusion bezeichnete Menschenrecht, das Kindern mit geistiger, körperlicher und seelischer Behinderung u.a. berechtigt, gemeinsam mit nicht-behinderten Schülern unterrichtet zu werden, ist ein Mega-Thema der Bildung mit unglaubliche Dynamik, so Hans Jörg Fahrner bei der Begrüßung der Teilnehmer des Arbeitskreises Präventive Familien- und Jugendhilfe, der in der Wittum-Schule Sulgen zu Gast war.

Nach einem Rundgang durch die Schule befasste sich der Arbeitskreis mit Ansätzen der Inklusion  in der Praxis aus Sicht der Wittum-Schule und der Kindergärten.

Hans Stiber stellt die Wittum-Schule, eine Schule für entwicklungsverzögerte und behinderte Kinder und Jugendliche vor und betont, dass einer der pädagogischen Grundsätze ist, den Unterricht an der Lebenswelt der Schüler zu orientieren und Kompetenzen für die Lebensbewältigung unter anderem durch individuelle Lehrpläne zu stärken und einen optimalen Übergang in die Arbeitswelt zu gestalten.

August Unterreitmeier, Leiter der Interdisziplinären Frühförderstelle Rottweil, erläutert die Arbeit der Nachfolgeorganisation des Behindertenkindergartens Bühlingen,  die Ökumenische Kinder- und Jugendförderung e.V. vor. Im Schulkindergarten Schmetterling in Bühlingen wurden Kinder mit geistigen Behinderungen zentral in einem Gebäude gefördert. Nachteilig für die Kinder waren unter anderem die langen täglichen Fahrzeiten und der stark reduzierte Kontakt zu Kindern des Wohnorts. Bemühungen, wohnortnahe Angebote aufzubauen waren erfolgreich, so dass Intensivkooperationsgruppen in Rottweil, Zimmern, Oberndorf und Schramberg entstanden. Schwerpunkte der Arbeit sind zum Beispiel die Einbindung der Kinder in die Gruppen unter Beachtung der verschiedene Ausgangslagen, Bedürfnisse, Möglichkeiten der Kinder und Mitarbeiter und das  Finden gemeinsamer Ziele und gemeinsamer Konzepte.

Frau Hilser, Lehrerin der WiKi-Klasse, stellt den gemeinsamen Weg der Grundschüler der GWRS Sulgen und Schülern der Wittum-Schule in der WiKi-Klasse vor. Rückblickend auf die 3,5 gemeinsamen Schuljahre sind ihre Erfahrungen durchweg sehr positiv. Die Kinder hätten ein sehr gutes Miteinander entwickelt. Anfängliche Bedenken mancher Eltern, dass ihr Grundschulkind nicht genügend gefördert werde, seien vollständig zerstreut. Aufbauend auf gemeinsamen Erklärungen werden individuelle Umsetzungsmöglichkeiten geboten, so dass jedes Kind seinen Fähigkeiten entsprechend gefördert werden kann. Unterreitmeier, wie auch Hilser und Stiber betonen, dass Eltern den gemeinsamen Weg mit behinderten Kindern positiv sehen, da er viele Chancen und Pluspunkte biete.

In der anschließenden Diskussion wurde deutlich, dass Inklusion ein Umdenken in den Köpfen brauche, sie aber nur gelingen kann, wenn die Ausstattung der Schulen und Kindertagesstätten stimmt. Auch beinhaltet Inklusion mehr als den Bildungsbereich, sie ist ein Grundrecht, das alle Lebensbereiche umfasst.

Das nächste Treffen des Arbeitskreises wird am 15. Oktober 2014 stattfinden und sich mit dem Umgang mit Verhaltensauffälligkeiten beschäftigen.

 

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